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Adidas: Bereinigter Gewinn von 2014 ist um 22 Prozent gefallen

Gewinneinbruch 2014 : Adidas verspricht Besserung

Nach einem mauen Geschäftsjahr will Sportartikelhersteller Adidas zum Wachstumskurs zurückkehren. Der bereinigte Gewinn von 2014 ist um 22 Prozent gefallen. Im laufenden Jahr soll er wieder um sieben bis zehn Prozent zulegen.

Adidas hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Der Rubelverfall in Russland - dem drittwichtigsten Markt der Sportfirma - sowie Probleme im Golfgeschäft und in Nordamerika ließen den Gewinn 2014 um ein gutes Fünftel - auf 642 Millionen Euro - einbrechen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Herausgerechnet wurde dabei die inzwischen verkaufte Schuhmarke Rockport sowie Wertminderungen in Höhe von 78 Millionen Euro, die in Russland angefallen waren. Das bereinigte Betriebsergebnis sank im vergangenen Jahr in einer ähnlichen Größenordnung wie der Nettogewinn auf 961 Millionen Euro. Trotz des Weltmeisterschaftsjahres stieg der Umsatz nur um 2,3 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. Ohne negative Währungseffekte wären die Erlöse um 6 Prozent gewachsen.

Weil der Rubel in den vergangenen Monaten in Russland dramatisch an Wert verloren hat und die Kauflaune der Verbraucher sinkt, hatte Adidas dort sein Expansionstempo gedrosselt und Abschreibungen auf den Firmenwert der russischen Tochter vornehmen müssen. Im Golf-Geschäft hatte der Dax-Konzern die Aussichten zu optimistisch eingeschätzt und war davon überrascht worden, dass die Amerikaner immer seltener die Schläger schwingen.

"Wir werden mit all unseren Märkten wachsen"

"2014 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen für den Adidas-Konzern", sagte Vorstandschef Herbert Hainer laut Mitteilung. Die Umsatzdynamik der beiden Hauptmarken Adidas und Reebok sei intakt. Seine angepassten Ziele habe der Konzern erreicht. Der Hersteller hatte im Sommer die Märkte mit einer drastischen Gewinnwarnung geschockt. Aber Hainer verspricht: "2015 werden wir mit all unseren Marken wachsen. Und dies, obwohl wir gegen den Vergleich mit dem WM-Jahr 2014 anlaufen und die Krise in der Ukraine unser Geschäft in Russland/GUS negativ beeinflusst".

Mit dem angestrebten steigendem Gewinn um sieben bis zehn Prozent soll das Ergebnis des Sportausrüsters stärker zulegen als der Umsatz, der währungsbereinigt im mittleren einstelligen Bereich wachsen soll. Die bereinigte operative Marge soll zwischen 6,5 Prozent und 7,0 Prozent (2014: 6,6 Prozent) liegen. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten. Zudem hatte Adidas im Herbst ein Aktienrückkaufprogramm gestartet und will bis Ende 2017 eigene Papiere für bis zu 1,5 Milliarden Euro erwerben. Die Titel legten im Handel bei Lang & Schwarz um 2,3 Prozent zu.

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Die optimistischen Töne von Adidas haben am Donnerstag die Kauflust der Anleger geweckt. Die Titel kletterten in der Spitze um 3,5 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 71,42 Euro. Sie waren damit stärkster Dax -Wert.

(REU)