Einflussreiche Frauen: Simone Bagel-Trah

Einflussreiche Frauen : Simone Bagel-Trah

Die Macht von Simone Bagel-Trah baut auf drei Fundamenten auf: An ihr als Vorsitzender des Aufsichtsrates von Henkel läuft so gut wie keine grundsätzliche Entscheidung in dem globalen Unternehmen mit 50.000 Mitarbeitern vorbei – seit 2009 hat sie das Amt inne. Die 46-Jährige ist der einzige weibliche Aufsichtsrats-Chef eines Großkonzerns in Deutschland.

Die Macht von Simone Bagel-Trah baut auf drei Fundamenten auf: An ihr als Vorsitzender des Aufsichtsrates von Henkel läuft so gut wie keine grundsätzliche Entscheidung in dem globalen Unternehmen mit 50.000 Mitarbeitern vorbei — seit 2009 hat sie das Amt inne. Die 46-Jährige ist der einzige weibliche Aufsichtsrats-Chef eines Großkonzerns in Deutschland.

Dabei leitet sie zweitens auch noch den wichtigen Gesellschafterausschuss, über den die Henkel-Familie inklusive einiger Vertrauter sich auch noch um so manches Detail der Konzernführung kümmert. Und weil Simone Bagel-Trah drittens die weit verzweigte Inhaberfamilie bei wichtigen Entscheidungen zusammenführt, ist sie gleichzeitig auch noch faktisches Oberhaupt einer der wichtigsten Unternehmerdynastien in Deutschland.

Dabei überzeugt die promovierte Biologin durch einen menschlich angenehmen und gleichzeitig immer sachlichen Stil. Sie hat bei Henkel mit durchgesetzt, dass sich das Unternehmen beim Umweltschutz ehrgeizige Ziele gesetzt hat — eine Reihe von Auszeichnungen ist das Resultat. Henkel hat zwar keine Frauenquote, fördert aber weibliche Mitarbeiter mit hohem Einsatz — auch ein Verdienst der Ur-Ur-Enkelin von Firmengründer Fritz Henkel.

Mit übersteigertem Idealismus hat das alles aber nichts zu tun: Seit Simone Bagel-Trah Aufsichtsratschefin ist, stieg der Aktienkurs um 400 Prozent, die Dividende hat sich mehr als verdoppelt, sie selber ist auch noch Mitgeschäftsführerin einer kleinen Biotechnologie-Firma.

Zwei Meisterstücke hat Bagel-Trah in den letzten Jahren geschafft: Sie war so klug, keines der vielen möglichen Mandate bei anderen Firmen als Henkel anzunehmen — alle Konzerne suchen bekanntermaßen guten weiblichen Nachwuchs für ihre Aufsichtsräte. Doch als Bayer sich meldete, griff sie zu: Jetzt kann die begeisterte Wissenschaftlerin beim größten Life-Science-Konzern Deutschlands mitreden. Und sie schaffte es vor einem Jahr, dass der Henkel-Clan sich für weitere 17 Jahre dazu verpflichtete, die Aktien an Henkel gemeinsam zu verwalten. Das Ergebnis: Eines der wichtigsten Unternehmen von NRW ist damit sicher vor einer Übernahme.

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