Stephania Fischer-Weinsziehr

Stephania Fischer-Weinsziehr

Sich selbst nennt Stephania Fischer-Weinsziehr eine sture Niedersächsin. Sie ist resolut, aber auch charmant. Einen Touch Weiblichkeit hat sie noch jedem ihrer Jobs in der Männerdomäne verpasst. Seit fast zehn Jahren ist sie Polizeipräsidentin in Essen. Drei Polizeipräsidentinnen gibt es in Nordrhein-Westfalen – und 15 Polizeipräsidenten. In Essen ist Fischer-Weinsziehr die erste Frau an der Spitze. Gänge und Büro hat sie mit Leihkunstwerken aufgepeppt, den gläsernen Schreibtisch des Vorgängers durch einen aus Holz ersetzt, dazu ein weinrotes Sofa von Le Corbusier gestellt.

Sich selbst nennt Stephania Fischer-Weinsziehr eine sture Niedersächsin. Sie ist resolut, aber auch charmant. Einen Touch Weiblichkeit hat sie noch jedem ihrer Jobs in der Männerdomäne verpasst. Seit fast zehn Jahren ist sie Polizeipräsidentin in Essen. Drei Polizeipräsidentinnen gibt es in Nordrhein-Westfalen — und 15 Polizeipräsidenten. In Essen ist Fischer-Weinsziehr die erste Frau an der Spitze. Gänge und Büro hat sie mit Leihkunstwerken aufgepeppt, den gläsernen Schreibtisch des Vorgängers durch einen aus Holz ersetzt, dazu ein weinrotes Sofa von Le Corbusier gestellt.

Ein wenig nette Atmosphäre in einem knallharten Job. Die Volljuristin aus Hildesheim ist Chefin von 2200 Beschäftigten, 1500 davon sind Polizeibeamte. Ihr Alltag ist nicht nur von Gewaltdelikten, Unfällen und Überfällen geprägt. Erst im Januar gelang es ihr, eine Kundgebung der "Hooligans gegen Salafisten" zu verhindern. "Wir tolerieren in unserer Stadt keine Gewalt", sagte sie nach Hinweisen des Staatsschutzes und sprach ein Verbot aus. Es kam aber auch vor, dass eine muslimische Gemeinde sie zum Fastenbrechen eingeladen hatte, der Imam ihr zur Begrüßung aber nicht die Hand geben wollte — weil sie eine Frau ist. Zum Fastenbrechen geht sie seitdem nicht mehr.

Konsequent sein, sich durchbeißen, sich aber auch kümmern — das hat sie auf dem Ursulinen-Gymnasium gelernt, wo sie Schulsprecherin war. Eine erste Führungserfahrung. Dass sie studierte und nicht in den Textilhandel des Vaters einstieg, setzte die Mutter durch. Fischer-Weinsziehr startete bei der Bezirksregierung Detmold, wechselte nach Münster, war zuständig für Enteignungen und Polizei-Logistik, Abteilungsleiterin, Vorsitzende des Personalrats. Und sie hat neben der Karriere auch Familie, ist Mutter eines Sohnes. In der Personalvertretung setzte sie gleitende Arbeitszeiten bei der Bezirksregierung in Münster durch — "das war damals unvorstellbar". Respekt habe sie stets erfahren, von unterstellten Männern ebenso wie von Chefs. Ihr Rezept: "Das richtige Maß ist für eine Frau wichtig", weder der Ausschnitt noch die Stimme dürfe zu tief sein. Auffallen sollte Frau aber sehr wohl: "Bei Aufsichtsratssitzungen habe ich immer etwas Rotes getragen, um unter den ganzen Anthrazitfarbenen sichtbar zu sein."

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