Kampf zwischen Ritter Sport und Warentest geht Montag weiter

Schokoladenstreit vertagt : Kampf zwischen Ritter und Warentest geht Montag weiter

Keine Lösung im Schokoladen-Streit: In der juristischen Auseinandersetzung um einen Aromastoff in "Ritter-Sport"-Schokolade hat das Gericht nach rund neunstündiger Verhandlung die Entscheidung vertagt.

Ende November hatte Ritter Sport eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung der Stiftung Warentest erwirkt, das Unternehmen habe den "chemisch hergestellten Aromastoff" Piperonal verwendet. Die Stiftung hatte dagegen Einspruch eingelegt.

Bei einer Verhandlung vor dem Landgericht München hatte der Richter zunächst einen Vergleich vorgeschlagen. Ritter Sport und Stiftung Warentest lehnten das aber ab, danach wurde umfangreich weiterverhandelt. Am Freitagabend kündigte der Richter an, dass am Montagnachmittag das Verfahren fortgesetzt wird.

Ritter Sport stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich um ein natürliches Aroma handelt. Die Stiftung Warentest hatte diese Kennzeichnung in einem Test ursprünglich als irreführend bezeichnet, weil sie einen chemisch hergestellten Aromastoff nachgewiesen habe.

Vor Gericht geht es erst einmal nur um die Behauptung. Das Testverfahren von Warentest ist nicht Gegenstand der Verhandlung. Eine Vertreterin von Stiftung Warentest sagte vor Gericht, es gebe kein Verfahren, in dem man sicher nachweisen könne, aus welcher Quelle Piperonal gewonnen und wie es dann letztlich auch hergestellt wurde.

Ritter Sport beruft sich auf eine Garantieerklärung des Aromenherstellers Symrise. Darin bestätigt die Firma, dass der Rohstoff ein natürlicher Aromastoff sei. Im Gerichtssaal stellte Symrise nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Produktionsmethode des Aromastoffes vor.

Piperonal kommt laut Ritter Sport unter anderem in Blütenölen, aber auch in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Der Schokoladenhersteller argumentiert, dass die Stiftung Warentest aufgrund ihrer Analysemethode die Herkunft des Piperonal nicht feststellen kann.

(dpa)