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Georgsmarienhütte im Visier des Kartellamts

Stahlkocher : Georgsmarienhütte im Visier des Kartellamts

Bei den Kartellermittlungen in der Autobranche sind auch Stahlhersteller im Fokus. Die Ermittlungen sollen sich unter anderem gegen die Georgsmarienhütte (GMH) richten, wie es in Branchenkreisen heißt.

Das Kartellamt wollte Namen von Unternehmen weder bestätigen noch dementieren. Die GMH-Sprecherin sagte: "Wir geben keine Stellungnahme zu den Ermittlungen des Kartellamtes im Edelstahlmarkt und bei den Automobilisten ab." Thyssenkrupp und Salzgitter sind nach eigenen Angaben nicht mit Vorwürfen zum Auto-Stahl-Kartell konfrontiert worden.

Die Behörde hat am 23. Juni sechs Unternehmen im Bereich des Einkaufs von Stahl durch die Auto- und Autozulieferindustrie durchsucht. Dabei geht es laut Unternehmensangaben um VW, Daimler, BMW, Bosch und ZF. Zunächst sah es so aus, dass die Autohersteller zwischen 2007 und 2015 Preise zu Lasten ihrer Stahllieferanten abgesprochen hatten.

Doch offenbar haben auch die Stahlhersteller selbst mitgemischt, wie es nun in der Branche heißt. Dabei geht es um Preise für Schrott, die Teil des Stahlpreises sind und eigentlich regelmäßig am Markt ermittelt werden. Um diesen Aufwand zu minimieren, habe man die Preise lieber gemeinsam am Verhandlungstisch festgelegt. Aber auch das ist nach den Spielregeln des Wettbewerbs nicht erlaubt.

Die Behörde betont, man stehe am Anfang der Ermittlung, für jeden gelte die Unschuldsvermutung. Im Falle einer Überführung droht, je nach Schwere des Falls, eine Kartellstrafe von bis zu zehn Prozent des relevanten Umsatzes.

(anh)