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Schwächelnde Kunststoff-Sparte: Bayer prüft Stellenabbau

Schwächelnde Kunststoff-Sparte : Bayer prüft Stellenabbau

Der Bayer-Konzern plant ein neues Sparprogramm in seiner seit länger schwächelnden Kunststoff-Sparte. Das kündigte Bayer-Chef Marijn Dekkers am Montagabend vor Journalisten in Leverkusen an. "Wir müssen weiter Kosten sparen und noch effizienter werden", sagte er. Die Gewinnmarge bei Material Science sei anhaltend unter Druck.

Zu Art und Umfang des Stellenabbaus wollte er sich nicht äußern. "Wir sind hier in intensiven Gesprächen mit der Arbeitnehmer-Vertretung", sagte Dekkers. Auch Kündigungen solle es nicht geben.

Eine Betriebsvereinbarung sieht vor, dass betriebsbedingte Kündigungen an den deutschen Standorten bis Ende 2015 ausgeschlossen sind. In der Kunststoffsparte sind insgesamt 14.400 Mitarbeiter beschäftigt. Wichtige Standorte in Deutschland sind Krefeld, Dormagen, Leverkusen und Brunsbüttel.

Der Bayer-Konzern hatte erst vor einigen Monaten sein jüngstes Sparprogramm abgeschlossen, in dessen Zuge 4500 Stellen weltweit weggefallen sind.

Allerdings hatte sich dieses Sparprogramm nur auf die Sparten Health Care (Pharma) und Crop Science (Pflanzenschutz) sowie die Zentrale bezogen, da Material Sciene zuvor bereits eigene Sparmaßnahmen ergriffen hatte.

Die Sparte Material Science steht seit langem unter Beobachtung. In den Jahren 2011 und 2012 hat sie nicht einmal ihre Kapitalkosten verdient. "Wir werden sehen, ob das 2013 gelingt", sagte Dekkers gestern. "Wirtschaftlich ist die Situation von Überkapazitäten im Markt geprägt - bei gleichzeitig hohen Rohstoff- und Energiekosten", so der Bayer-Chef weiter.

Die zusätzlichen Produktionsanlagen, die in den vergangenen Jahren entstanden seien, träfen auf ein langsameres Wachstum des Marktes. Unter anderem das abgeschwächte Wachstum in China macht sich bemerkbar.

Von einem Verkauf der Sparte, über den immer wieder spekuliert wird, will Dekkers aber weiterhin nichts wissen. "Wir rechnen damit, dass sich in den nächsten zwei, drei Jahren die Margen wieder verbessern, da die Auslastung der Anlagen zunehmen dürfte."

Material Science hatte im Jahr 2012 einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro und einen Gewinn (vor Steuern und Zinsen) von 597 Millionen Euro erzielt. Der Gewinn war damit um fast sechs Prozent zurückgegangen.

Mit den anderen beiden Sparten ist der Konzern-Chef dagegen sehr zufrieden. Dekkers kündigte an, dass der Konzern massiv investieren werde. "Im Zeitraum 2013 bis 2015 wollen wir 18 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung sowie für Investitionen in Sachanlagen aufwenden."

Erfreut ist Dekkers auch über das Lob des Kapitalmarktes. "Bayer ist heute bei der Börsenkapitalisierung nach den aktuellen Free-Float-Berechnungen die Nummer eins im Dax", so Dekkers. Damit liege der Leverkusener Konzern noch vor Volkswagen und Siemens. Die Aktie hatte Anfang August die Marke von 90 Euro überschritten. Auf dem Höhepunkt der Lipobay-Krise vor über zehn Jahren war der Kurs unter zehn Euro gefallen.

(csr)