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Viertelfinale der Handball-WM: Auch Löw drückt Deutschland die Daumen

Viertelfinale der Handball-WM : Auch Löw drückt Deutschland die Daumen

Die deutschen Handballer greifen nach den Sternen. Vor dem Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien träumt die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger vom größten Erfolg seit dem goldenen Wintermärchen 2007.

Die Überraschung war gelungen. Eine Videobotschaft aus der Heimat, in der diverse Größen des deutschen Sports ihre Glückwünsche überbringen, stimmte die deutschen Handballer am Dienstagabend im Teamhotel Palafox in Saragossa auf das Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien ein. Sogar die Fußballer mit ihrem Bundestrainer Joachim Löw drücken der Mannschaft um Kapitän Oliver Rogisch die Daumen — mehr Motivation geht nicht. Nach dem Absturz der letzten Jahre ist der Weltmeister von 2007 plötzlich wieder en vogue. Ganz Deutschland ist im Handball-Fieber.

"Handball ist für uns Fußballer immer interessant gewesen", sagte Löw vor der Partie am Mittwoch (19 Uhr/Live-Ticker): "Und deshalb haben wir uns natürlich wahnsinnig gefreut, dass die Handballer bei dieser WM bislang so gut sind." Bei einem Sieg gegen die favorisierten Iberer winkt der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) die erste Halbfinal-Teilnahme bei einer WM seit dem goldenen Wintermärchen vor sechs Jahren.

Bundestrainer Martin Heuberger, der akribische Architekt des neuen deutschen Handball-Booms, bleibt trotz der überraschenden öffentlichen Wertschätzung bescheiden. "Ich habe nicht im Kühnsten damit gerechnet, dass es so gut läuft", sagte Heuberger. Er sei von seiner Mannschaft selbst überrascht, so der 48-Jährige in seiner stets bescheidenen Art.

Deutschland fühlt sich als Außenseiter wohl

Vor dem bisher größten Spiel in seiner anderthalbjährigen Amstzeit ist Heuberger zuversichtlich. Vor dem Gegner hat er Respekt, aber keine Angst. "Ich glaube schon, dass wir auch in taktischer Hinsicht ein paar Lösungen finden werden. Wir sind der Außenseiter in dieser Situation, fühlen uns da aber wohl", sagte Heuberger, der das vor dem Turnier ausgegebene Minimalziel "Achtelfinale" mit seiner neu formierten Mannschaft längst erreicht hat.

Kapitän und Abwehrchef Roggisch freut sich auf ein "geiles" Spiel. "Wir haben nichts zu verlieren, und ich glaube, dass liegt dieser Mannschaft. Wenn wir ein gutes Spiel machen und verlieren, dann wird uns keiner böse sein. Gewinnen wir, sind wir die Helden - was gibt es denn Schöneres?", sagte der 34-Jährige.

Er hat wie die anderen drei Weltmeister im Team (Dominik Klein, Michael Haaß und Carsten Lichtlein) beste Erinnerungen an das letzte große Duell mit dem WM-Dritten von 2011. Im Viertelfinale der Heim-WM traf das deutsche Team ebenfalls auf Spanien, gewann in einem wahren Handball-Krimi 27:25 — und holte am Ende den Titel.

"Freuen uns tierisch"

Von der Atmosphäre im knapp 11.000 Zuschauer fassenden Pabellon Principe Felipe in Saragossa konnten sich die deutschen Spieler bereits einen Eindruck verschaffen. Das eindrucksvolle 31:20 der Spanier gegen den Vize-Europameister Serbien am späten Montagabend verfolgten Roggisch und Co. auf der Tribüne. "Gegen Spanien in Spanien in einer ausverkauften Halle — das ist sensationell. Da freuen wir uns tierisch drauf", sagte Roggisch.

Ihr neues Selbstbewusstsein zieht die DHB-Auswahl aus dem bisherigen Tunrnierverlauf. Nach einem durchwachsenen Start steigerte sich das Team mit jedem Auftritt, bezwang im letzten Vorrundenspiel Titelverteidiger Frankreich sensationell (32:30) und siegte im Achtelfinale gegen den EM-Fünften Mazedonien souverän (28:23). "Man weiß inzwischen, dass man gegen jede Abwehr und gegen jeden Angriff der Welt bestehen kann. Das macht ein gutes Gefühl", sagte Spielmacher Michael Haaß.

Torhüter Silvio Heinevetter, der nach seiner herausragenden Leistung gegen Mazedonien von den spanischen Medien nur noch als Deutschlands unangefochtener "Super estrella" (Superstar) gepriesen wird, brachte die momentane Stimmung im deutschen Lager auf den Punkt. "Wir stehen im Viertelfinale. Ein Sieg und wir sind im Halbfinale, das klingt doch ganz gut?" Das klingt es. Jogi Löw würde sich mit Sicherheit freuen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Handball-WM 2013: Deutschland - Mazedonien

(sid/seeg/can/csi)