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Hamburger SV: Markus Gisdol nennt Eurosport Player "eine Katastrophe"

HSV-Trainer Gisdol schimpft über Eurosport : "Das ist eine Katastrophe"

Beim 0:2 des Hamburger SV gegen RB Leipzig am Freitagabend gab es erneut technische Probleme mit dem Eurosport-Player. Nicht nur die Fans, auch HSV-Trainer Markus Gisdol ließ seiner Wut freien Lauf und übte scharfe Kritik an dem Sender.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel lederte Gisdol über die mangelhafte Übetragung der Partie im Eurosport-Player. "Das ist nichts, was unserem Fußball gut tut. Die Fans sind hochgradig verärgert", sagte der Coach. Auch seine eigene Familie sei davon betroffen, schilderte er: "Mein Vater kriegt das schon nicht mehr hin, er weiß nicht, wie das mit dem Internet funktioniert. Es gibt dann auch niemanden, der ihm das einstellen könnte. Wo soll das hinführen?" Dann nahm Gisdol die Sender in die Pflicht und schlug sich auf die Seite der Fans: "Falls dann keine Einigung zwischen Sky und Eurosport stattfindet, zahlen wir das, die Fans und der Fußball. Das ist eine Katastrophe. Das würde mir auch auf den Keks gehen, wenn ich zu Hause sitzen würde und es nicht funktioniert. Ich denke, da spreche ich jedem Fan aus dem Herzen. Da muss ein Punkt gesetzt werden, so kann es nicht gehen."

HSV-Boss Heribert Bruchhagen bekam während des Spiels von seiner Frau mitgeteilt, dass es erneut Probleme mit dem Player gebe. "Ich habe von meiner Frau die Auskunft bekommen, dass es nicht so geklappt hat", sagte Bruchhagen nach der Partie und nahm gleichzeitig die DFL in die Pflicht: "Das Ärgernis ist groß, wir werden uns als Verein an die DFL wenden. Wir sind nicht amüsiert. Das ist die Aufgabe von DFL-Chef Christian Seifert, da entsprechend zu intervenieren."

In dieser Saison werden insgesamt 45 Partien der Bundesliga ausschließlich im Eurosport-Player gezeigt, darunter alle Freitagsspiele. Schon vor zwei Wochen bei der ersten Übertragung hatte es massive Probleme gegeben, und auch da war der Hamburger SV involviert. Den 3:1-Sieg beim 1. FC Köln konnten viele Fans nicht sehen und ließen ihrem Unmut freien Lauf. Eurosport versprach Wiedergutmachung in Form einer Gutschrift von zehn Euro und erklärte, dass der Fehler gefunden sei und behoben werde. Das Saisonabo für den Eurosport-Player kostet 29,99 Euro.

Am Freitag klagten viele Fans über ein schlechtes Bild, ständige Abstürze und Ausfälle. Eurosport meldete sich nach dem Spiel via Twitter zu Wort und schrieb: "Die Übertragung des Bundesliga-Spiels zwischen dem Hamburger SV gegen RB Leipzig konnte auf den unterschiedlichen Plattformen und Verbreitungswegen weitestgehend problemlos verfolgt werden." Nach Angaben von Discovery Deutschland hätten einige Zuschauer "Streaming-typische Schwierigkeiten" erfahren. Das sehen die Kunden natürlich anders. "Soll das ein Witz sein? Ihr bekommt einen der größten Shitstorms allerzeiten und gebt so ein Statement ab? Frechheit", ist nur einer der knapp 300 Kommentare unter der Stellungnahme des Senders. Zumindest versprach Discovery Deutschland, man werde weiter "hart daran arbeiten, das Produkt und das Erlebnis für unsere Fans weiter zu verbessern."

Am kommenden Freitag hat Eurosport die dritte Chance auf eine reibungslose Übertragung, und wieder ist der HSV involviert: Die Norddeutschen reisen dann zu Aufsteiger Hannover 96. Und die Fans werden hoffen, dass endlich alles klappt. Zumindest diejenigen, die noch nicht gekündigt haben.

Hier geht es zur Infostrecke: Fans verspotten Eurosport auf Twitter

(seeg)