Ex-Firma von Harvey Weinstein wird wohl Insolvenz anmelden

Geplanter Verkauf gescheitert: Weinsteins Ex-Firma will Insolvenz anmelden

Das frühere Filmstudio von Harvey Weinstein will Insolvenz beantragen. Das kündigte die Firma am Sonntag (Ortszeit) an, nachdem ein geplanter Verkauf des Unternehmens gescheitert war.

"Obwohl wir sehen, dass dies ein extrem unglückliches Ende für unsere Angestellten, unsere Gläubiger und jegliche Opfer ist, hat der Vorstand keine andere Wahl, als den einzigen Weg zu gehen, der den Restwert der Firma maximiert: Eine geregelte Insolvenz", hieß es in einer Mitteilung der Weinstein Company, aus der mehrere US-Medien zitierten.

Der Übernahme-Deal im Umfang von 500 Millionen Dollar (407 Millionen Euro) stand den Berichten zufolge kurz vor dem Abschluss. Vor zwei Wochen aber hatte der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman nicht nur Klage gegen Harvey Weinstein und dessen Bruder Bob, sondern auch gegen die Weinstein Company erhoben. Er wirft dem Unternehmen jahrelange Versäumnisse beim Schutz von Mitarbeiterinnen vor sexueller Belästigung vor.

Staatsanwalt Schneiderman erklärte, er habe die Klage angesichts der laufenden Verkaufsverhandlungen für das kurz vor dem Bankrott stehende Unternehmen eingereicht. Es müsse sichergestellt werden, dass die Opfer entschädigt und Angestellte geschützt werden und dass sich weder Täter noch Mitwisser "unberechtigterweise bereichern" könnten. Die Staatsanwaltschaft wirft Geschäftsführung und Verwaltungsrat der Weinstein Company vor, Mitarbeiterinnen trotz zahlreicher Beschwerden nicht durch angemessene Maßnahmen geschützt zu haben und nicht gegen Weinsteins Verhalten vorgegangen zu sein.

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Weinstein hatte die Firma 2005 mit seinem Bruder gegründet. Nachdem im Herbst Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn laut wurden, entließ das Unternehmen Weinstein. Inzwischen sind weitere Anschuldigungen laut geworden, sie reichen bis zu Vergewaltigung.

Sechs Frauen haben Klage eingereicht. Sie werfen Weinstein und seinen früheren Filmunternehmen vor, seine umfassenden sexuellen Belästigungen und Angriffe vertuscht zu haben. Der Filmmogul weist die Vorwürfe zurück.

(wer)