Wesel: Museum Bislich sucht Außenposten

Wesel: Museum Bislich sucht Außenposten

25 Jahre Heimatmuseum Bislich: Der Blick zurück geht eindeutig nach vorn. Im Depot des Kleinods schlummern viel mehr Schätze, die eigene Flächen verdient hätten. Zum Geburtstagsfest geht es auch um Pläne für eine alte Schmiede am Marwick und eine Freiluft-Ausstellung.

Das Heimatmuseum Bislich platzt aus allen Nähten. Eigentlich müsste man „Heimat“ weglassen und vom Museum sprechen. Das Kleinod, das Sonntag, sein 25-jähriges Bestehen feiert, ist keine Antiquitätenscheune. Der Jubilar setzt auf thematische Vermittlung mit Konzept. Deshalb sind immer nur Teile des Ganzen zu sehen, was schade ist. So liegt es auf der Hand, nach Außenposten zu suchen. Ebenfalls mit Konzept.

Blick hinter Kulissen

Der gebürtige Mülheimer Peter von Bein (51), seit 1989 als Leiter an Bord, hat zum Fest eine Sonderschau entwickelt. Da wird natürlich auf die Geschichte des Hauses geblickt. Da gibt es aber auch einen ganz speziellen Blick hinter die Kulissen des Museums. Exemplarisches aus dem Depot wird geschickt mit dem Werkzeug der Archivare kombiniert: Aufbewahrungsboxen, Restauratoren-Handschuhe, Inventarlisten, Karteikarten, Sekundärliteratur und mehr.

So wird gezeigt, was außerhalb von Ausstellungen passiert. Und, was man alles zeigen könnte. „Wir haben keinen eigenen Raum für Sonderausstellungen. Das machen wir immer im Kaminraum der Dauerausstellung, die dann selbst immer nur wenige Wochen komplett zu sehen ist“, sagt von Bein. „Die Frage ist, was geht ?“ Antworten könnte er präsentieren. Nicht alle Aspekte der umfangreichen Sammlung über altes Handwerk, aber zumindest einen könnte man zeigen. Denn auf dem Marwick bietet sich die Übernahme einer alten Schmiede an. Ebenso gibt es den Plan, den Komplex Steinzeit, Franken und Kies sozusagen auf plattem Land zu zeigen. Mit einer überdachten Installation und Infotafeln zu Grabungsfunden. „Unser Grundstück ist begrenzt“, sagt von Bein mit Blick auf Außenposten.

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Auf eigenem Grund gibt’s schon ein echtes Ensemble. Neben dem Heimatmuseum wurden nach und nach (teils als Wiederaufbau) das Backhaus, das Rhein-Deich-Museum und das Ziegelmuseum errichtet. Ehrenamtliche Helfer um Heinz Bienen-Scholt, Paul Kühnen und Franz Schweers vom Heimatverein haben dafür viel in Bewegung gesetzt.

Riesenpotenzial

Das Gemeinschaftswerk der Bislicher zahlt sich im touristisch erwachenden Fähr- und Deichdorf allmählich aus. Rund 8000 Besucher und 100 Führungen jährlich sprechen für sich. Wenngleich nur sonntags regulär geöffnet ist, läuft laut von Bein das meiste wochentags – nach Vereinbarung. „Die Leute lassen Geld hier“, sagt er. „Ich höre von Gruppen immer wieder, sie könnten nur bis dann und dann, weil sie dann essen oder Kaffee trinken. Hier ist ein Riesenpotenzial.“

Das trifft nicht allein auf Bislich zu. Mit Preußen-Museum, Städtischem Museum, Schill-Museum und Diersfordter Eiskeller hat Wesel noch mehr zu bieten, das mit Konzept aus einem Guss beworben werden könnte.

(RP)
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