1. NRW
  2. Städte
  3. Wegberg

Ein Holzbau für Wegbergs neue Feuerwache

Architektenwettbewerb : Neue Feuerwache ist als schwarzer Holzbau geplant

Mit der neuen Feuerwache soll Wegberg einen prägnanten neuen Ortseingang erhalten. Das Gebäude ist als Passivhaus aus Holz konstruiert. Der Siegerentwurf und weitere 13 Arbeiten sind noch bis Freitag in der Wegberger Mühle zu sehen.

Bis zum Jahr 2020 soll an der Maaseiker Straße zwischen dem Schul- und Sportzentrum und dem Grenzlandring eine neue Feuerwache entstehen. Für das Bauvorhaben führte die Stadt Wegberg ein aufwendiges Vergabeverfahren mit Planungswettbewerb durch, an dem sich 14 Architektenbüros aus ganz Deutschland beteiligten.

 Neue Feuerwache für Wegberg an der Maaseiker Straße: Dieses Modell zeigt den Siegerentwurf des Berliner Büros Scheidt Kasprusch. Im Vordergrund ist die Uevekovener Kreuzung zu sehen, oben links die bestehende Rettungswache.
Neue Feuerwache für Wegberg an der Maaseiker Straße: Dieses Modell zeigt den Siegerentwurf des Berliner Büros Scheidt Kasprusch. Im Vordergrund ist die Uevekovener Kreuzung zu sehen, oben links die bestehende Rettungswache. Foto: Büro Scheidt Kasprusch, Berlin

Mit dem 1. Preis wurde die Arbeit der Berliner Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros Scheidt Kasprusch Gesellschaft von Architekten mbH mit KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co KG ausgezeichnet. Der Wegberger Stadtrat soll nun in der Juni-Sitzung den Weg frei machen für die Umsetzung des Siegerentwurfs.

Weil die alte Feuerwache an der Venloer Straße nicht mehr dem aktuellen Standard entspricht, hatte der Stadtrat sich bereits für den Bau einer neuen Feuerwache am Grenzlandring ausgesprochen. Die geplante Neubaumaßnahme hat einen Umfang von rund 2700 Quadratmetern Brutto-Grundfläche. Die Bauwerkskosten werden mit 3,6 Millionen Euro (netto) veranschlagt. Die Stadt Wegberg hatte mit Unterstützung der Feuerwehr einen Realisierungswettbewerb für den Neubau der Feuerwache in Wegberg ausgelobt, der am 13. April unter dem Vorsitz der Kölner Architektin Professorin Dörte Gatermann entschieden wurde. 14 Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten aus ganz Deutschland hatten ihre Arbeiten fristgerecht abgegeben. "Das Preisgericht unterstreicht die insgesamt hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge", sagte Fachpreisrichter Professor Oliver Hall bei der Präsentation der Entwürfe in der Wegberger Mühle. Alle Vorschläge sind bis Freitag, 27. April, in einer großen Ausstellung in der Wegberger Mühle, die montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist, zu sehen. Heute von 12 bis 15 Uhr stehen außerdem die zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Wegberger Mühle zur Verfügung, um Fragen zu den einzelnen Entwürfen zu beantworten.

  • Architektenwettbewerb : Siegerentwurf für die Feuerwache Wegberg
  • Beim Weihnachtsmarkt „Beeck leuchtet“ am 4.
    Weihnachtsmarkt in Wegberg findet unter 2G-Bedingungen statt : „Beeck leuchtet“ auch in schwieriger Zeit
  • Die Ratsfraktionen wollen mehr Zeit, um
    Wegberger Finanzsorgen : Sparen ja, aber auf Basis welcher Zahlen?

"Der Siegerentwurf des Berliner Architektenbüros Scheidt Kasprusch vereinigt Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Architektur. Wir freuen uns über eine zukunftsweisende Feuerwache, die von der Jury mit einem einstimmigen Votum ausgewählt wurde", sagte Bürgermeister Michael Stock während der Präsentation. Das ausgewählte, mit dem ersten Preis prämierte Projekt des Berliner Planungsteams überzeugte die Jury nicht nur durch stimmige funktionale Abläufe, sondern auch durch einen überzeugenden architektonischen Auftritt am Ortseingang an der Maaseiker Straße. Die öffentlichen Anlagen und Bauten an der Maaseiker Straße erhalten einen klaren Abschluss zur Landschaft hin. Im zum Grenzlandring hin aufgespannten Freiraum lassen sich die geforderten Ausgleichsmaßnahmen gut umsetzen. Geplant ist eine große Grünfläche, die beispielsweise mit Obstbäumen bestückt werden könnte. Dort soll außerdem der Übungsturm der neuen Feuerwache ein prägnantes, signethaftes Zeichen setzen.

Die neue Feuerwache für Wegberg ist als Holzbau konzipiert. "Diese Entscheidung für eine Holzkonstruktion ist sowohl ästhetisch motiviert als auch von Überlegungen zur Nachhaltigkeit und zur Energieeffizienz geleitet", erklärte Prof. Frank Kasprusch. Unvoreingenommen werde man das Erscheinungsbild als eine stolze Veredelung des Rohstoffes Holz wahrnehmen. "Wissende mögen die dabei angewandte Beherrschung des Feuers als Metapher für die beherbergte Nutzung deuten", erklärte Prof. Kasprusch. Ergänzt wird die schwarz-silbrig-samtene Oberfläche der Holzfassade durch außen bündige, nach außen öffnende Ganzglas-Holzfenster und durch schmale Lüftungsöffnungen im Raster der Holzschalung. Die Torfront der Halle erhält ca 4 mal 4,50 Meter große Falttore aus verglasten Stahl-Rahmen-Profilen.

Das Projekt überzeugte nach Aussage von Fachpreisrichter Prof. Oliver Hall, der auch die Erstellung des Masterplans in Wegberg begleitet (Büro Astoc), durch die eher ungewöhnliche Materialisierung als schwarzer Holzbau. Dieser biete gute Voraussetzungen, um die hohen Erwartungen an die Nachhaltigkeit und die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes umsetzen zu können. "Das Preisgericht empfiehlt daher der Stadt Wegberg, die weiteren Planungen mit dem ausgewählten Planungsteam auf der Grundlage ihres Wettbewerbsbeitrags umzusetzen", sagte Prof. Hall.

"Sie sehen heute einen glücklichen und strahlenden Feuerwehrchef, denn heute ist ein guter Tag für die Feuerwehr Wegberg", kommentierte Dietmar Gisbertz im Beisein von seinem Stellvertreter Ralf Jakobs und Kreisbrandmeister Klaus Bodden die Präsentation des Siegerentwurfs. In der neuen Feuerwache werden in Zukunft 60 ehrenamtliche und acht hauptamtliche Einsatzkräfte ihren Dienst tun, außerdem die technische Einsatzleitung und die Jugendfeuerwehr. Gisbertz dankte dem Bürgermeister, Rat und Verwaltung sowie seinen Feuerwehrkameraden und sprach Simon Hubacher und Jörg Neubig vom Kölner Büro neubighuber, die das Wettbewerbsmanagement übernommen hatten, ein besonderes Lob aus. Abschließend erläuterten Prof. Frank Kasprusch und Sam Bassani (Büro Scheidt Kasprusch) sowie Rudolf Kaufmann (Büro KuBuS freiraumplanung) die Details zu dem von ihnen vorgelegten Siegerentwurf.

(hec)