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Viersen: Immer mehr Schüler ohne Konfession

Viersen : Immer mehr Schüler ohne Konfession

Die Zahl der konfessionslosen Kinder und Jugendlichen in Viersen und Umgebung steigt. Das teilt das Statistische Landesamt mit. Dabei sind vor allem viele Grundschulen katholisch geprägt. Umwandlungen fordern Eltern nicht.

Elf von 100 Schülern im Kreis Viersen hatten im Schuljahr 2011/12 keine Konfession. Das geht aus einem Bericht des Statischtischen Landesamtes in Düsseldorf hervor. Bei der letzten Erhebung im Schuljahr 2006/07 waren es nur neun von 100 Schülern gewesen. Damit zeigt sich im Kreis Viersen ein Trend, der in ganz Nordrhein-Westfalen beobachtet werden kann: Der Anteil konfessionsloser Schüler stieg in NRW um 2,3 Prozentpunkte, im Kreis um gut zwei Prozent. Dabei sind die meisten Grundschulen in Viersen und Umgebung katholische Einrichtungen in städtischer Hand.

Dies betrifft zum Beispiel Viersen, Brüggen und Nettetal, hier überwiegt die Zahl der katholischen Grundschulen gegenüber den Gemeinschaftsgrundschulen. Dabei führt Brüggen mit einer Steigerung der konfessionslosen Schüler aller Schulformen um 4,5 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Erhebung die Liste an. Doch dass katholische Grundschulen im Kreis aufgrund der steigenden Zahl konfessionsloser Schüler in Zukunft in Gemeinschaftsgrundschulen (GGS) umgewandelt werden könnten, glaubt Dr. Paul Schrömbges, Beigeordneter der Stadt Viersen, nicht: "In der Pädagogik legen viele Eltern ihr Augenmerk auf die Werteerziehung. Zwar sind ihre Kinder konfessionslos, gehen aber dennoch auf eine konfessionelle Schule."

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Dem pflichtet Thomas Bongartz von der Schulaufsicht bei. "Es gibt zurzeit und gab in den vergangenen Jahren keine Anfragen von Eltern, die wollten, dass konfessionelle Grundschulen in konfessionslose umgewandelt werden." Würde dies angestrebt, müssten sich zwei Drittel aller Eltern einer Schule dafür aussprechen.

Doch worin unterscheiden sich konfessionslose und konfessionelle Schulen eigentlich? Die Unterteilung gibt es, obwohl beide in Viersen und Umgebung fast ausschließlich in städtischer Hand sind. Bongartz erklärt den Unterschied anhand des Personals: "Bei konfessionellen Schulen muss die Schulleitung dem Bekenntnis angehören. Dies galt früher auch für die Lehrkräfte, doch das ist zurzeit flächendeckend nicht zu erreichen." Zudem wird an konfessionellen Schulen Religionsunterricht ausschließlich im jeweiligen Bekenntnis angeboten — anders als an GGS, an denen katholischer und evangelischer Unterricht stattfindet. "Die Eltern können sich im Vorfeld entscheiden, welchen Unterricht sie für ihre Kinder wollen. Das Fach ist allerdings verpflichtend, auch für muslimische Kinder. Für sie gibt es keinen Ersatzunterricht", sagt Bongartz.

Generell sind aber alle Grundschulen für alle Schüler gleich welchen Glaubens offen. Unterschiede gibt es aber bei den Aufnahmekriterien. Hier obliegt es dem Schulleiter zu entscheiden, welches Kind angenommen wird. Ist die Nachfrage an Plätzen an einer bestimmten Schule höher als das Angebot, kann die Schulleitung demnach Kinder bevorzugen, die dem jeweiligen Bekenntnis angehören. Doch das sei im Kreis Viersen bislang kein Problem. "Es gibt keine Bestrebungen hin zu mehr konfessionslosen Schulen", so Schrömbges.

(RP/ac)