Solingen: Maltesergrund: Mordkommission ermittelt

Solingen : Maltesergrund: Mordkommission ermittelt

Ein 19-Jähriger wurde Sonntagabend von einem Jugendlichen im Park in Mitte niedergestochen und dabei lebensgefährlich verletzt. Das Opfer wurde notoperiert, der Täter ist flüchtig. Das Motiv ist noch unklar.

Am Tag nach dem Verbrechen galt es zunächst einmal, die verbliebenen Spuren der Tat zu sichern. Ein 19-jähriger Mann ist am Sonntagabend im Maltesergrund in Mitte von einem bislang unbekannten Jugendlichen mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Noch in der Nacht zu Montag wurde das Opfer im Klinikum notoperiert, um seinen Zustand zu stabilisieren. Allerdings befand sich der junge Mann auch rund 18 Stunden nach der brutalen Attacke nach wie vor in einem kritischen Zustand - derweil die Polizei parallel mit einer eilig gebildeten Mordkommission die bereits am Abend zuvor begonnenen Ermittlungen fortführte.

So suchten mehrere Beamte des unter anderem für Solingen zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertals bis gestern Nachmittag den Tatort in unmittelbarer Nähe zu den Tischtennisplatten im Park nach Hinweisen ab, die zum Täter führen könnten. Und darüber hinaus starteten die Fahnder mit Zeugenbefragungen, von denen sich die Polizei nun einen genaueren Überblick über das genaue Geschehen verspricht.

Augenblicklich konzentrieren sich die Suchmaßnahmen vor allem auf einen 16 bis 17 Jahre alten Jugendlichen, den die Ermittler für dringend tatverdächtig halten. Ersten Erkenntnissen zufolge soll sich dieser junge Mann am Sonntagabend zusammen mit einer Gruppe, bestehend aus ungefähr 15 weiteren Leuten, im Maltesergrund aufgehalten haben - als er und seine Begleiter gegen kurz vor 21 Uhr schließlich auf das spätere Opfer sowie auf einen Freund des 19-Jährigen trafen.

Offenbar hatten sich die beiden schon seit längerer Zeit im Bereich der Tischtennisanlage neben dem Haus der Jugend aufgehalten und dachten sich zunächst nichts, als die andere Gruppierung auf sie zukam. Doch dann ging anscheinend alles rasend schnell. Zwischen den Kontrahenten entwickelte sich nämlich alsbald ein heftiger Streit, in dessen Verkauf der Täter plötzlich sowie aus heiterem Himmel das Messer zückte und auf das Opfer einstach.

"Dabei wurde der 19-Jährige mehrfach am Oberkörper getroffen", sagte gestern ein Sprecher der Polizei, der zudem betonte, später eingeleitete Fahndungsmaßnahmen hätten noch keinen Erfolg gebracht. Denn während sich der Schwerverletzte direkt nach dem Angriff mit letzter Kraft sowie mit Hilfe des unverletzt gebliebenen Freundes zur Goerdelerstraße schleppte, wo er zuletzt von Passanten gefunden wurde, suchte der Messerstecher gemeinsam mit seinen Bekannten im Schutz der Dunkelheit das Weite in Richtung Schwertstraße.

Über das Motiv der lebensgefährlichen Attacke können derzeit nur Mutmaßungen angestellt werden. Zwar war am Montag aus Polizeikreisen zu hören, das Opfer selbst sei bei den Beamten ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt. Trotzdem ist einstweilen weiter völlig unklar, ob möglicherweise Streitigkeiten im Drogenmilieu zu der Tat geführt haben.

Tatsächlich war der Maltesergrund in der Vergangenheit bereits des Öfteren Schauplatz von Straftaten gewesen, bei denen Rauschgift eine Rolle gespielt hatte. Dementsprechend legt nicht allein die Polizei, sondern auch der städtische Ordnungsdienst einen Fokus auf die Gegend rund um den kleinen Park. "Wir haben diesen Bereich im Auge", sagte eine Rathaus-Sprecherin nach der Tat von Sonntagabend auf Anfrage unserer Redaktion. Gleichzeitig unterstrichen die zuständigen Stellen in der Verwaltung aber, die Messerattacke falle eindeutig in den Zuständigkeitsbereich der Polizei.

Diese erhofft sich genauere Informationen, sobald das Opfer vernehmungsfähig ist. Und darüber hinaus sind auch andere Zeugen gefragt, die Hinweise zu Tat beziehungsweise Täter geben können. Dieser soll 1,65 bis 1,70 Meter groß und sehr schlank sein. Er hat kurze, dunkelbraune Haare sowie einen Dreitagebart. Am Sonntag trug der 16- bis 17-Jährige dunkle Kleidung und hatte eine Kapuze über den Kopf gezogen. Hinweise nimmt das zuständige Kriminalkommissariat unter Telefon 0202/284-0 entgegen.

(or)