Rommerskirchen: Kostenfaktor Kanal

Rommerskirchen: Kostenfaktor Kanal

Sind die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser in der Gemeinde Rommerskirchen gerecht? Die UWG meldet Zweifel an und will das Thema am Mittwoch im Rat erneut zur Sprache bringen.

Ulrike Sprenger kann die Berechnungen der Gemeinde nicht nachvollziehen: "Warum sind unsere Schmutz- und Niederschlagswassergebühren so teuer?" Die Fraktionsvorsitzende der UWG will nicht locker lassen. Die Unabhängigen waren seinerzeit gegen die Einführung einer Grundgebühr. "Diese verfehlt ihr Ziel, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen." Deshalb wird Sprenger das Thema in ihrer Haushaltsrede in der heutigen Ratssitzung erneut zur Sprache bringen. "Wir werden die Forderung stellen, die Grundgebühr wieder abzuschaffen."

Sie weiß, dass das derzeitige System Fragen aufwirft – auch wenn es in der Bürgerschaft bislang ruhig geblieben ist. Allerdings liegen ihr detaillierte Berechnungen eines Rommerskircheners vor, der sich zuletzt die Mühe machte, die Abrechnungsmodelle zu Schmutz- und Niederschlagswasser einer Analyse zu unterziehen. Sei Ergebnis: Die Grundgebühr läuft einer Abrechnung nach dem Verursacherprinzip zuwider. Laut Satzung beträgt die Grundgebühr beim Schmutzwasser 36 Euro/Jahr pro Anschluss sowie 3,61 Euro Leistungsgebühr je Kubikmeter. Beim Niederschlagswasser liegt sie bei 18 Euro je 100 Quadratmeter befestigte und angeschlossene Fläche sowie 1,15 Euro Leistungsgebühr pro Quadratmeter.

Gerechter wäre es, wenn statt einer Grundgebühr plus Leistungsgebühr nur ein Einheitssatz je Kubik- und Quadratmeter angesetzt würde. Der Einheitssatz läge dann bei 3,78 beziehungsweise 1,34 Euro für alle: Eine Argumentation, die Sprenger für bedenkenswert hält. Sie erinnert daran, dass in Rommerskirchen mit einem Kanalnetz von rund 80 Kilometern eine vierköpfige Familie gut das Doppelte bezahlt im Vergleich zu Dormagen mit einem Kanalnetz von rund 270 Kilometern. Die UWG-Politikerin sieht den Erftverband als Ursache: Er ist es, der das Kanalnetz betreibt. Bei der Grundkalkulation sei davon ausgegangen worden, in der Gemeinde sei eine Million Quadratmeter Fläche versiegelt, tatsächlich seien es viel weniger, wodurch sich der Preis pro Quadratmeter versiegelter Fläche automatisch erhöht. Geringere Versiegelung bedeute zudem, dass weniger Regenrückhaltebecken benötigt werden, deren Bau zurzeit die Gebühren in die Höhe treibt.

(NGZ)