Rommerskirchen: Marschieren bald Frauen mit?

Rommerskirchen: Marschieren bald Frauen mit?

Antworten auf den demografischen Wandel finden: Die Chefs der Bruderschaften und Schützenvereine in der Gillbach-Gemeinde sehen keine Probleme darin, dass künftig auch Schützenschwestern mit von der Partie sind.

Sich über gemeinsame Angelegenheiten einmal in zwangloser Form auszutauschen, war der Gedanke, der bei der Gründung einer "Präsidentenrunde" im Herbst 2006 Pate stand. Seither treffen sich die Chefs der örtlichen Schützenvereine und -bruderschaften zwei Mal jährlich.

In anderen Kommunen mag dies gleichfalls üblich sein, doch über einen derart malerischen Namen wie die "Wilde 13" aus Rommerskirchen (wo es ebenso viele Schützengesellschaften gibt), dürfte keine andere verfügen. Der Posten von "Lukas, dem Lokomotivführer" bleibt allerdings vakant, auch wenn Wolfgang Kuck, der frisch gebackene Kölner Diözesanbundesmeister, den Vorsitz der Runde inne hat.

Zu den immer wieder auf der Tagesordnung stehenden Fragen gehört die nach der Aufnahme von Frauen in den Schützenvereinen. Im benachbarten Gohr etwa haben sich die St.-Sebastianus-Schützen erst kürzlich gegen die Aufnahme von Frauen als gleichberechtigte Mitglieder ausgesprochen.

Die Präsidenten der Rommerskirchener Vereine sehen die Entwicklung eher locker: "Allein schon aus demografischen Gründen" werden weibliche Schützen künftig kein Einzelfall mehr sein", ist Franz-Josef Osterath überzeugt. Ebenso wie sein Sinstedener Kollege Peter-Josef Möhlen verweist er auf den Beitrag, den Frauen bereits jetzt für das Gelingen der Schützenfeste leisten, etwa bei der Betreuung der Tellschützen.

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"Speerspitze" des Fortschritts ist in diesem Bereich schon längst die Rommerskirchener St.-Sebastianus-Bruderschaft, 1425 gegründet und damit die zweitälteste am Gillbach: Brudermeister Peter-Josef Plück verweist darauf, dass es mit Gertrud Fischer und Michaela Prell bereits zwei Bruderschaftsköniginnen kraft eigener Schießleistung gegeben habe. Auf eine Prognose, wann dies auch bei anderen Vereinen oder Bruderschaften der Fall sein könnte, mag sich jedoch keiner der Präsidenten festlegen – auch wenn alle der Aufnahme von Frauen wohlwollend gegenüberstehen.

Zunehmend Probleme bereitet den Brauchtumshütern der bürokratische Aufwand bei der Vorbereitung von Schützenfesten: "Selbst ein Plakat für die Disko muss jetzt noch einmal zusätzlich genehmigt werden", nennt Osterath nur ein Beispiel. Hinzu kommen Feinheiten wie die lediglich angesichts ihres Namens amüsante "Genehmigung zum Tragen von Blankwaffen bei Brauchtumsveranstaltungen".

Ein Dauerthema sind die Musikkosten: Sie lassen jedes Schützenfest in die Verlustzone rutschen, die dann nur durch zusätzliche Veranstaltungen wieder verlassen werden kann. "Im Grunde arbeiten wir das ganze Jahr nur fürs Schützenfest", so Peter-Alois Küx, Vanikum.

(NGZ)