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Rheinberg: „Undurchsichtig“

Rheinberg : „Undurchsichtig“

„Heißer Draht“ der Rheinischen Post: Lob für Versicherungen und Feuerwehr, Kritik an der Lineg und ihrer Tochtergesellschaft Lintec. Nirgendwo scheint’s Sandsäcke für den Notfall zu geben.

Die sintflutartigen Regenfälle vor einigen Tagen ließen hunderte von Kellern voll laufen. Hatten Bürger zu diesem Schaden auch noch Ärger mit ihrer Versicherung oder mit Behörden – oder wurde ihnen vielleicht unbürokratisch geholfen? Zu diesem Thema klingelte gestern der „Heiße Draht“ der Rheinischen Post.

Sehr zuvorkommend

Des Lobes voll ist RP-Leser Friedhelm Peters von der Graf-Luitpold-Straße. Er lässt die Stadtverwaltung „hoch leben“, weil sie so rasch Sondermüllabfuhrtermine klar gemacht hat. Und die Mitarbeiter der Fachfirma, die damit betraut gewesen war, seien allesamt sehr zuvorkommend gewesen. Auch der Freiwilligen Feuerwehr zollt Peters ein Lob, wenngleich sie auch nicht bei ihm, allerdings bei Nachbarn gepumpt hätten. Bei Peters stand das Wasser „nur“ 40 Zentimeter hoch im Keller – allerdings waren sie da noch im Urlaub. Die Kinder hatten noch nachts mit dem Ausschöpfen begonnen, am nächsten Tag, aus dem Urlaub zurück gekehrt, wurde gemeinsam klar Schiff gemacht.

Gut zu sprechen ist die Familie Peters schließlich auch auf die Versicherung, die alles schnell über die Bühne gebracht habe. Mit ihr ging der Gebäudeschaden in Höhe von rund 15 000 Euro in Ordnung. Den Schaden am Hausrat, 8 000 Euro, muss die Familie Peters möglicherweise aber selbst tragen.

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Norbert Taschke aus Xanten-Lüttingen war in diesem Jahr zwar nicht betroffen („Dafür mein Nachbar voriges Jahr gleich zweimal“), aber er hat auch ein Problem: Nach dem letzten Starkregen wollte er sich vorsichtshalber einen Stapel Sandsäcke „für alle Fälle“ zurecht legen. Doch er bekam keine, auch nicht in Baumärkten. Die Stadtverwaltung Xanten konnte ebenfalls nicht weiterhelfen. Seine Anregung: Es möge eine Anlaufstelle geben, wo auch immer, bei der es Sandsäcke zu kaufen gibt.

Verantwortung abwälzen?

Undurchsichtig ist für Hans Faasen aus Rheinberg die Rolle bzw. das Zusammenspiel von Lineg. Lintec und Stadt Rheinberg. Die Lintec ist eine Tochtergesellschaft der Lineg, die für die Stadt Pumpen betreibt. Versuche sich die Lineg auf diesem Weg, so fragt Fassen, aus der Verantwortung zu stehlen, damit zukünftige Schäden nicht über die Lineg abgewickelt werden müssen? Der RP-Leser sieht es als bedenklich an, dass schon ein solcher „ganz normaler Starkregen“ nicht bewältigt werden konnte. Wie sieht die Zukunft auch im Zusammenhang mit dem Bergbausenkungen aus, fragt er weiter.

(RP)