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Rheinberg: Die Angst vor dem Kiesabbau

Rheinberg : Die Angst vor dem Kiesabbau

Bönninghardter befürchten, die Kiesindustrie könnte sich wieder für ihren Ort interessieren. Ein Informationsabend im Gemeindehaus brachte nun Klarheit darüber, was im Bauausschuss genehmigt worden ist.

Bönninghardt Das Wort Kiesabbau sorgt bei vielen Bönninghardtern für einen Adrenalinschub: Tief sitzt noch die Angst aus der Zeit, als die Kiesindustrie vor einigen Jahren in einem riesigen Arsenal Kies abbauen wollte und auf der Bönninghardt als Hinterlassenschaft der Trockenabgrabung tiefe Krater die hügelige Waldlandschaft verschandelt hätten.

Als nun im Alpener Bauausschuss die Zustimmung für eine erweiterte Kiesabgrabung von drei Hektar für die Bönninghardter Firma Hermann Janßen erfolgte, löste das bei den Bürger erneut Alarm aus: Mancher sah heimatlichen Grund und Boden erneut in Bedrängnis.

Was tatsächlich "Sache ist", wollte der Erwachsenenkreis der evangelischen Kirchengemeinde nun im Gemeindehaus mit einem Informationsabend beleuchten. "Wir sind erschüttert und haben Angst", verdeutlichte Moderatorin Gudrun Terfurth die Gefühle. "Wir sehen im Geiste weitere Flächen auch schon ausgekiest", sagte sie und stellte klar, dass sich die Veranstaltung nicht gegen Hermann Janßen richte, der "auf der Hei'" als Bürger und Unternehmer angesehen sei.

Was kommt auf uns zu?

Gleichwohl stellte sich die Frage "Was kommt auf uns zu?" Für die Beantwortung nahm sie Bürgermeister Thomas Ahls in die Pflicht: "Das Abgrabungsvorhaben der Firma Janßen kann nicht mit dem Vorhaben verglichen werden, gegen das als wir gemeinsam erfolgreich protestiert haben. Damals ging es um den Gebietsentwicklungsplan", verdeutlichte Ahls. Beim Projekt der Firma Janßen liegt ein Hektar der Erweiterungsfläche auf Alpener Gemeindegebiet, die restlichen zwei Hektar im Kreis Kleve; der sei damit Zustimmungsbehörde.

Da man in Alpen dem Erweiterungsprojekt zugestimmt hatte, hagelte es teilweise Kritik an den Politikern; die allerdings betonten, nach geltendem Recht die Entscheidung verantwortungsbewusst abgewägt zu haben. Nur Viktor Illenseer (SPD) stimmte gegen den Beschlussvorschlag; seine Sorge: Mit der Abgrabegenehmigung für die Firma Janßen könnten erneut Begehrlichkeiten in der Kiesindustrie geweckt werden.

Nur für den Eigenbedarf

Hermann Janßen bekräftigte seine Aussage, er werde nur für den Eigenbedarf auskiesen. Zwei Jahrzehnte lang besteht dazu die Option, die mit strengen Auflagen und finanziellen Bedingungen verbunden ist. Als Emissionsschutz muss ein Erdwall aufgeschüttet werden, der 300 Meter von der Wohnbebauung entfernt liegt. Eine Bankbürgschaft garantiert die Verfüllung der Abgrabungsfläche mit anschließender Rekultivierung als landwirtschaftliche Nutzfläche. Die derzeitige Abgrabungsfläche muss bis zum Jahre 2013 rekultiviert werden.

(wawi)