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Neukirchen-Vluyn: Diskussion um Kiesabbau

Politik in Neukirchen-Vluyn : Diskussion um Kiesabbau in Neukirchen-Vluyn

Die CDU Neukirchen-Vluyn spricht sich deutlich gegen den weiteren Abbau von Kies im Stadtgebiet aus. Von den SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider und Ibrahim Yetim gibt es Gegenwind.

Die CDU Neukirchen-Vluyn spricht sich klar gegen die Pläne aus, weitere Flächen auf dem Stadtgebiet zum Abbau von Kies auszuweisen. Man habe aktuell große Bedenken bezüglich einer erneuten Offenlage des Regionalplans durch den Regionalverband Ruhr (RVR).

Es sei zu befürchten, dass nun doch wieder zusätzliche Flächen durch die Hintertür in den Plan aufgenommen bzw. in Abgrabungsflächen umgewandelt werden sollen und so das Stadtgebiet weiter durchlöchert werden könnte, heißt es in einer Mitteilung.

„In der Vergangenheit wurden die Ressourcen in Neukirchen-Vluyn durch den Abbau von Kies, Sand und Kohle schon sehr strapaziert“, sagt Markus Nacke, Fraktionsvorsitzender der CDU in Neukirchen-Vluyn. „Die Förderung von Kohle war sehr wichtig für die Entwicklung von Neukirchen-Vluyn. Aber wir sind schon der Auffassung, dass unsere Stadt ihren Anteil an der Rohstoffversorgung in der Vergangenheit mehr als ausreichend geleistet hat und aktuell auch noch leistet“, so Nacke weiter.

Die Kritik der CDU an der möglichen Ausweisung weiterer Kiesabbauflächen in der Stadt kommt nach Ansicht der beiden SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider und Ibrahim Yetim viel zu spät. „Wo war die CDU Neukirchen-Vluyn mit ihrem Protest, als der Landesentwicklungsplan in Düsseldorf verabschiedet wurde? Damals wurden die entscheidenden Weichen gestellt“, so die beiden Abgeordneten. Der RVR liefere als Planungsbehörde jetzt nur das, was CDU und FDP bereits 2019 bestellt hätten. „Die aktuelle Diskussion ist vor dem Hintergrund des laufenden Aufstellungsverfahrens für den neuen Regionalplan nicht neu und wird auch – entgegen der Darstellung in der CDU-Pressemitteilung – nicht neu entfacht. Vielmehr regt sich bereits seit geraumer Zeit in vielen Städten und Gemeinden Widerstand gegen potenzielle Auskiesungsflächen. Ja, der RVR muss einen neuen Regionalplan aufstellen. Allerdings ist das viel größere Übel die Entfesselungspolitik von CDU und FDP im Landtag, die 2019 mit dem Landesentwicklungsplan (LEP) und aktuell auch mit dem Landeswassergesetz der Kiesindustrie Tür und Tor öffnet“, erläutern Schneider und Yetim. Langfristig könnten neue Ausweisungen nur vermieden werden, wenn das Land NRW eine andere Richtung einschlage. „Künftig soll auch in Wasserschutzgebieten Sand und Kies abgebaut werden dürfen. Wer das verhindern will, muss genau jetzt die Landesregierung stoppen“, werben Schneider und Yetim dafür, dass die CDU Neukirchen-Vluyn ihren Einfluss in Düsseldorf geltend macht.