Remscheid: Messerfabrik Neuenkamp kehrt Remscheid den Rücken

Remscheid : Messerfabrik Neuenkamp kehrt Remscheid den Rücken

Die Stadt Hückeswagen begrüßt im Juni 2018 ein neues Unternehmen: Gestern gab's den ersten Spatenstich für eine moderne Betriebsstätte der Messerfabrik Neuenkamp an der Bockhackerstraße im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg. Zurzeit produziert die Firma an der Neuenkamper Straße in Remscheid. Dort stehen die Zeichen auf Abschied.

"Wir verlagern uns komplett, weil wir uns auf der grünen Wiese neu aufstellen und eine moderne Fertigung bauen wollen", sagte Reiner Dörmbach, Geschäftsleitung Technik und Prokurist bei Neuenkamp. Der alte Standort sei platzmäßig ausgereizt, umgeben von einem Wohngebiet mit wenigen Platzplätzen. "Und da uns die Stadt Remscheid keinen Platz anbieten konnte, bin ich bei meiner Suche auf Hückeswagen gestoßen", berichtete Dörmbach. Hier habe man der Firma sehr unbürokratisch und schnell geholfen. "Das ist für uns kein leichter Schritt, schließlich handelt es sich um ein Millionenprojekt", sagte der Prokurist, der die Gesamtkosten für Umzug und Neubau auf vier bis fünf Millionen Euro beziffert.

Das Unternehmen bezieht mit seinen 50 Mitarbeitern ein modernes Gebäude mit einer Bruttofläche von 3500 Quadratmetern. In dem Gebäude entstehen zwei Hallenschiffe. "Da der Verwaltungstrakt zweigeschossig sein wird, haben wir eine Nutzfläche von 3000 Quadratmetern", sagte Architektin Alexandra Flosbach. Sie rechnet mit einer Bauzeit von acht Monaten, so dass der Umzug im Juni 2018 beendet sein soll. "Wir sind beim Bau relativ wetterunabhängig, da wir mit Stahlbetonfertigteilen arbeiten."

Einen großen Dank an alle Beteiligten bei Stadt und Kreis richtete der Geschäftsführende Gesellschafter, Bernd Supe-Dienes: Da sei sehr aktiv und hilfreich gearbeitet worden. Kritik äußerte er am deutschen Baurecht, das von den Investoren bei der Planung viel zu viele Dinge erwarte, die man einfach nicht im Voraus planen könne. "Da ist vieles so unvorhersehbar", sagte er.

Ab Ende April 2018 erfolgt der Umzug schrittweise. "Dann ziehen die ersten Maschinen um. Wir wollen, dass die Produktion nicht stillsteht, so dass wir für drei Monate an zwei Standorten fertigen", sagte Dörmbach. Die Firma exportiert 70 bis 75 Prozent ihrer Waren in alle Welt. "Wir setzen mit dem Umzug und dem Neubau ein wichtiges Zeichen", sagte der Prokurist.

Das freut auch Kreisdezernent Uwe Stranz. "Wir brauchen Platz für solche Unternehmen, denn die Flächen sind begrenzt", sagte er.

(RP)
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