Friedenskirche: Zwei Jazzgrößen brillieren mit ihren Soloprogrammen

Doppelkonzert : Zwei Jazzgrößen brillieren mit ihren Soloprogrammen

Beim 2. eastPLUGGED® Doppelkonzert präsentierte die evangelische  Kirchengemeinde mit Unterstützung der USB Stiftung erneut zwei international renommierte Künstler, diesmal mit ihren Solo-Programmen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Im ersten Teil trat der Grandseigneur des deutschen Jazz auf: Joachim Kühn, dem 3sat zu seinem 75. Geburtstag gerade eine 90-minütige Hommage widmete. Kühn spielte überwiegend Stücke, die er zwischen 1996 bis 2002 gemeinsam mit der Jazzlegende Ornette Coleman entwickelt hatte, dann vor einem Jahr aus seinem Archiv gehoben und neu arrangiert: frei, wild, balladenartig, spontan, reduziert, gewaltig, immer sehr ausdrucksstark und oft „mit ganzem Körpereinsatz“, der sein explosives Klavierspiel auch optisch unterstrich.

Im zweiten Teil trat Håkon Kornstad auf, der als Jazz-Saxophonist begann, später eine Gesangsausbildung machte, dann als Tenor an der Oper sang und der an diesem eastPLUGGED® Abend Jazz mit Oper und Saxophon mit Stimme konfrontierte [daher auch der fast martialische Programm Titel „Tenor Battle“. Großartige Interpretationen von Bizet bis John Coltrane, aber auch schwedische Volkslieder gehörten zu seinem Repertoire. Dazu überraschte Kornstad das Publikum mit seinen extrem launigen Ansagen, die so etwas wie Kom(m)ödchen Atmosphäre verbreiteten.  Eine ganz neue, abwechslungsreiche und entsprechend vom Publikum umjubelte Musikpräsentation des jungen Norwegers. Zum Schluss gab es noch einen Höhepunkt, als Joachim Kühn und Håkon Kornstand, die sich erst an diesem Abend auf der Bühne kennengelernt hatten, gemeinsam frei improvisierten. Das war Improvisation vom Feinsten und entsprechend gab es „standing ovatations“.

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