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Ratingen: Orkan hat den Poensgenpark verändert

Ratingen : Orkan hat den Poensgenpark verändert

Die gröbsten Aufräumarbeiten nach "Ela" sind beendet. Viele Bäume konnten nicht gerettet werden. Ein Rundgang.

Direkt am Eingang am Brügelmannweg ahnt man noch nichts. Die Blumen stehen in voller Blüte, auch die riesige, rund 150 Jahre alte Atlaszeder steht nach wie vor. Doch nach ein paar Schritten wird deutlich: Der Poensgenpark hat sein Gesicht völlig verändert, besonders der Blick auf die große Wiese ist ein ganz Neuer. Dort, wo früher eine riesige Sumpfeiche die Ansicht dominierte, herrscht gähnende Leere. Auch die Büsche, die sie umgeben haben, sind weg oder zumindest stark verkleinert. Lediglich eine Douglasie ragt noch einsam in die Höhe, doch sie sieht arg zerrupft aus und hat eher Ähnlichkeit mit einem Besen als mit einem prächtigen Baum.

Direkt nach dem Sturm bot der Poensgenpark ein Bild der Zerstörung. Viele Bäume wurden entwurzelt, die über 100 Jahre alt waren. Foto: Achim Blazy

"Da werden wir uns gründlich überlegen müssen, ob es noch Sinn macht, sie zu halten oder ob sie nicht auch gefällt werden muss", sagt Uwe Puzalowski, Abteilungsleiter der Grünflächenunterhaltung. Überhaupt wird es noch lange dauern, bis alle Bäume untersucht sind und die Restaurierung des denkmalgeschützten Poensgenparks in Angriff genommen werden kann. "Nach Kyrill haben wir ein halbes Jahr gebraucht, bis wir die Schäden beseitigt hatten", erinnert sich Puzalowski, "Ela war aber wesentlich schlimmer, entsprechend wird es länger dauern."

Doch zumindest der vordere Teil des Poensgenparks ist wieder verkehrssicher und damit für Besucher freigegeben. Das wird inzwischen auch wieder angenommen. "Wenigstens die große Zeder ist stehengeblieben", sagt eine Spaziergängerin, "in der Sturmnacht habe ich noch an die Zeder gedacht, das ist nämlich mein Lieblingsbaum." Unbeschadet ist aber auch die Zeder nicht davon gekommen, auch sie hat große Äste lassen müssen. Auch andere Spaziergänger erkunden den Park mit ganz neuen Augen.

59 Bäume sind umgefallen, 63 stehen derzeit noch auf der Kontrollliste. Vom ehemaligen Dreierensemble aus Schwarzpappeln ist nur noch eine übrig geblieben. "Doch die Dritte steht so schief und hat nur noch so wenig Krone, dass es fraglich ist, ob sie stehen bleiben wird", erklärt Puzalowski. Zu den Sturmopfern gehört auch eine Flügelnuss, genau wie die rund 120 Jahre alte Linde am Eingang des Parks Richtung Cromford Museum.

Ein Sorgenkind ist die alte Kastanienallee in Richtung Haus zum Haus. Die meisten der Kastanien sind stark beschädigt, wie viele der Bäume gerettet werden können oder ob nicht eine ganz radikale Lösung gefunden werden muss, kann die Verwaltung noch nicht sagen.

"Derzeit ist ein Drittel des Parks aufgeräumt, bis zum Ende der Arbeiten wird es sicherlich bis Mitte September dauern", schätzt Puzalowski. Dann soll auch der restliche Teil des Parks wieder für Besucher freigegeben werden. Bis dahin dürfte auch der Rasen wieder nachgewachsen sein, so dass es wieder nach einem Park aussieht. Denn natürlich haben auch Rasen und Büsche enormen Schaden genommen.

2014 werden Politik, Verwaltung und Denkmalpflege gemeinsam ein Konzept erarbeiten müssen, wie es mit dem Poensgenpark weitergeht und wie er in Zukunft aussehen soll. Ein elementarer Teil des Konzepts wird auch die Kastanienallee sein. "Denn wenn wir dort einfach junge Kastanien pflanzen, passen die nicht zu den alten Bäumen", sagt Puzalowski.

(RP)