Neuss: Gisela Hohlmann sieht sich als Botschafterin der Stadt

Neuss: Gisela Hohlmann sieht sich als Botschafterin der Stadt

Als Frau in der Riege der Bürgermeister kann man erkennbar dazu beitragen, dass sich die Menschen auch an der Spitze der Stadt repräsentiert fühlen. Davon ist Gisela Hohlmann überzeugt, die im November 2015 in das Amt einer stellvertretenden Bürgermeisterin nachrückte und sich jetzt hingesetzt hat, eine erste Zwischenbilanz aufzuschreiben.

"Die Menschen empfinden es als Ehre, wenn sich jemand von der Spitze der Stadt die Mühe macht, persönlich bis in ihr Wohnzimmer zu kommen und sich für ihre Belange interessiert", sagt sie. So wachse Vertrauen - auch in die Stadtpolitik.

Hohlmann nimmt im Kleeblatt der vier Bürgermeister eine Sonderrolle ein, ohne dafür etwas zu können. Sie ist mit 60 Jahren die älteste, besser: "die mit der mit Abstand größten Lebenserfahrung". Sie verfügt allein über kein juristisches Staatsexamen und ist die einzige Frau. Damit repräsentiere sie alleine die Hälfte der Neusser Bevölkerung, sagt sie

Bei öffentlichen Auftritten fühlt sie sich als Botschafterin der Stadt. Sie spüre aber auch immer wieder, dass man sie auch als SPD-Mitglied und Repräsentantin ihrer Partei wahrnimmt. "Erfreulicherweise begegnet man mir weitgehend vorurteilsfrei."

Auch wenn sie nur zweite stellvertretende Bürgermeisterin ist und mit Bürgermeister Reiner Breuer einen bienenfleißigen Kollegen habe, bleiben für sie Termine und Arbeit genug zu tun. "Natürlich bin ich auch bei vielen Schützenfesten dabei", sagt Hohlmann und fügt hinzu: "In den Ortsteilen." Denn vom Neusser Bürger-Schützen wurde die Stadtverordnete trotz freundlicher Bitte nicht einmal zur "Zog-, Zog-Versammlung" zugelassen, in der eigentlich die Mitglieder des Hauptausschusses die Stadt repräsentieren sollen.

"Mein Herz schlägt ganz besonders für die Schulkinder in Neuss", sagt Hohlmann, die als Vorsitzende des Schulausschusses allein im vergangenen Jahr drei Mal zu Sondersitzungen einladen musste. Zuletzt ging es dabei um die Umwandlung der Comenius-Sekundar- in eine Gesamtschule. Am Herzen aber liegt Hohlmann auch das Projekt Friedensglockenspiel in Leuven, für das sie Spenden einwirbt. Im November soll es wieder erklingen.

(-nau)