Neuss: Flugverkehr verzögert Entschärfung

Neuss: Flugverkehr verzögert Entschärfung

Innerhalb von zwei Tagen wird im Hafen zweite Bombe problemlos geräumt.

Um 9.35 Uhr gestern Morgen war auch die zweite Bombe entschärft, die der Kampfmittelräumdienst auf dem Gelände des Essity-Werkes an der Floßhafenstraße geortet hat. Dieses Mal ging es nicht so schnell wie nur zwei Tage vorher, aber das hatte mit dem Wind zu tun. Deshalb musste Einsatzleiter Thomas Mathen vom städtischen Ordnungsamt länger auf die Freigabe der Deutschen Flugaufsicht warten.

Markus Feier von der Düsseldorfer Flughafenfeuerwehr, der gestern als Verbindungsmann zum Lagezentrum am Derendorfweg gekommen war, erklärt die Vorgabe mit möglichen Notfällen. Weil Flugzeuge gestern früh von Osten her zum Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen ansetzten, hätten sie, wenn sie aufgrund von Problemen noch einmal hätten durchstarten müssen, den Luftraum genau über der Fundstelle der Bombe gequert. Das musste die Flugsicherung zunächst ausschließen.

Der Einsatz gestern verlief ansonsten nach dem gleichen Muster wie schon am Dienstag. "Wir haben uns noch gefragt, ob es etwas zu verbessern geben würde", erklärt Ordnungsamtsleiter Uwe Neumann, doch die Einsatzabläufe waren stimmig. Nun aber ist für diese Woche Schluss. Die verbleibenden drei Verdachtsflächen auf dem Gelände der Firma Essity (früher SCA) im Industriehafen sollen erst kommende Woche untersucht werden.

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Die Unternehmensleitung selbst hat die Suche nach den Blindgängern in Auftrag gegeben. Sie ist dabei, einen Zustandsbericht des Areals zu erstellen, der Auskunft darüber geben soll, ob und wie das Gelände künftig genutzt werden soll. Ein Bauvorhaben verbindet Essity mit diesen Sondierungen nicht.

Entschärft wurde die Zehn-Zentner-Fliegerbombe amerikanischer Bauart von Sprengmeister Jost Leisten. Er stieß in sechs Metern Tiefe auf den Sprengkörper, bei dem er gestern den Zünder von Hand entfernte. Damit der Schacht nicht einstürzt, war er mit Betonringen gesichert worden, die konisch zuliefen. Im Einstieg maß der Schacht fast 2,50 Meter im Durchmesser, in Höhe der Bombe hatte sich dieser auf 1,50 Meter verjüngt. Auch der aufwendige Rückbau erklärt, warum es erst nächste Woche weitergeht, sagt Neumann.

Die Verkehrssituation entspannte sich gestern nach Aufhebung der Sperren schnell wieder. Evakuierungen wurden nicht nötig.

(-nau)
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