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Nettetal: Leckere Apfeltaschen zur Rochusmesse in Hinsbeck

Nettetal : Leckere Apfeltaschen zur Rochusmesse in Hinsbeck

Am Samstag nach dem Rochustag - in diesem Jahr der 19. August - beginnt um 10 Uhr an der Rochuskapelle in Hinsbeck-Hombergen gegenüber von Schloss Krickenbeck die Rochusmesse. Dazu laden die Pfarren Leuth und Hinsbeck ein, die die Messe im jährlichen Wechsel veranstalten. Eine seltene Gelgenheit in die Kapelle zu gelangen: Wegen wiederholtem Vandalismus ist sie sonst gesperrt. Auch die Einrichtungsgegenstände werden dann entfernt.

Unter freiem Himmel, auf einer Lichtung zwischen hohen Bäumen, wird die Messe gefeiert. Für Samstag hat die Leuther Pfarre die Organisation übernommen; unterstützt wird sie vom Musikverein Leuth. Vor und nach der Messe verkauft die Nachbarschaft Hombergen Apfeltaschen. Dies ist eine sehr alte Tradition.

Die Kapelle ließen im Jahr 1688 die Freiherren von Schaesberg - sie erhielten erst 1706 den Grafentitel - errichten. Zu dem kleinen Backstein-Bau gehört ein Dachreiter, der von den umliegenden Bauern und von der Familie von Schaesberg als Bitt- und Betstelle genutzt wurde. Der Überlieferung nach sollen die seitlich weiß angedeuteten, heute vermauerten Türen früher Zugänge für Pestkranke gewesen sein.

Zuständig für die Messen waren bis etwa zum Jahr 1910 die auf Schloss Krickenbeck angestellten Geistlichen. Mindestens seit der nachnapoleonischen Zeit war die Rochusmesse auch mit einer kleinen Kirmes verbunden. Dort wurden neben Gebrauchsgegenständen wie Heurechen oder Besen auch Süßigkeiten wie Pfefferkuchen verkauft. Auch Apfeltaschen wurden angeboten.

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Diese kleine Kirmes fand noch bis zu Beginn des zweiten Weltkriegs statt. Davon hat sich die Tradition des Apfeltaschenverkaufs bis heute erhalten. Zum 300-jährigen Bestehen der Rochuskapelle im Jahre 1988 wurde sie von der Straßengemeinschaft Hombergen umfangreich renoviert: Dies unterstützte Graf Heinrich von Schaesberg. Der Hinsbecker Malermeister Paul Glasmachers überarbeitete die bestehenden Motive des alten Altares und erneuerte das "Auge der Vorsehung" darüber. Der Maler Jakob Lückertz stiftete ein Ölgemälde mit der Darstellung des Heiligen Rochus, das seitdem in einem alten Rahmen über dem Altar hängt.

Eine etwa 300 Jahre alte, 71 Zentimeter hohe Heiligen-Statue wird während der Messe aufgestellt. Gepflegt und behütet werden die Kapelle und ihr Umfeld seit vielen Jahren von der Straßengemeinschaft Hombergen.

(heko)