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Nettetal: Kunst-Marathon durch Nettetaler Ateliers und Kunsträume

Nettetal : Kunst-Marathon durch Nettetaler Ateliers und Kunsträume

Am den kommenden zwei Wochenende laden 22 Künstler in Ateliers und Kunsträume ein. Eröffnet wird die Kunstszene Nettetal am Freitag mit einer Gemeinschaftsausstellung

Wer viel sehen möchte, sollte sich mit gutem Schuhwerk und Routenplaner rüsten. 22 Künstler laden zur Kunstszene Nettetal in ihre Ateliers und Kunsträume ein, und die liegen verstreut in Lobberich, Breyell, Hinsbeck, Leuth und Kaldenkirchen. Vorgeschmack, Übersicht und spätere Möglichkeit zur Nachbereitung bietet die Gemeinschaftsausstellung in der Werner-Jaeger-Halle. Hier sind bis zum 7. Januar die beteiligten Künstler mit jeweils bis zu drei Werken vertreten. Eröffnung ist am Freitag, 10. November.

Zu den beteiligten Künstlern zählt der frühere Kulturamtsleiter Heinz Lanser, der die große Schau vor 27 Jahren ins Leben rief. Er ist treuer Teilnehmer mit dem Ziel, Jahr für Jahr mit neuem Zyklus anzutreten. Nach dem Umzug von Hinsbeck nach Lobberich bespielt er nun sein Haus nach umfassender Renovierung. Helle Räume erlauben ihm großzügige Ausstellungsmöglichkeiten, die er für etwa 60 Bilder nutzt. Die sind Teil der Serie "Weißgeräusche", deren Titel inspiriert ist vom Werk des Lyrikers Paul Celan. Für die Acryl- und Acryllack-Bilder auf Karton spachtelt der Künstler den Bildgrund mit verschiedenen Farben, um dann ein Weiß darüber zu legen. Anschließend zeichnet er mit Bleistift und ergänzt die Komposition im Dripping-Verfahren um rote und schwarze Lackelemente. Die dynamisch wirkenden Arbeiten sind durch die Zeichnung stark grafisch geprägt, zuweilen mit Assoziationen an kalligraphische Elemente.

 Marile Heinen
Marile Heinen Foto: Johannes heinen
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Im Kaldenkirchener Atelier und Garten zeigt Marile Heinen Keramiken. Deren Oberflächen gleichen Naturstrukturen, die in Verbindung mit der Farbigkeit an Fels und Stein erinnern. Heinen glasiert nicht, sie arbeitet mit Oxyden und Engoben zum Beispiel. Die menschliche Figur ist thematisch das Gerüst ihrer Arbeiten, doch im Verzicht auf filigrane Körperteile und Gesichter. Die Künstlerin hält die Arbeiten eher skizzenhaft und grob, sodass sie beinahe wie ein flüchtiges Bild von Körper wirken. In der Gemeinschaftsausstellung will sie ein Figurenpaar zeigen, das bewegt anmutende Strukturen sowie eckige Kanten besitzt. Nur die Darstellung der reduzierten Köpfe assoziiert einen figürlichen Bezug in der ansonsten abstrakt wirkenden Arbeit.

In der Farbgebung auf Grau und Weiß zurückgenommen, entfalten Petra Wolfs Arbeiten aus Ton große Vielfalt. Die Künstlerin kopiert keine Naturformen, doch sie lässt sich bei ihrem Interesse an Strukturaufbau und -entwicklung davon inspirieren. Das Ergebnis sind spannende und spannungsreiche Arbeiten. Für das Foyer der Werner-Jaeger-Halle plant Wolf einen perforierten Tonkörper in Gefäßform auszustellen. Da die Löcher durchgängig sind, lassen sie Licht durchscheinen, das über Einfall und Intensität das Material optisch dezent verändert. Etwa zehn bis fünfzehn Arbeiten wird Wolf als Gast im Atelier von Marianna Kalkhof zeigen, darunter vermutlich ihre neuesten Arbeiten in Form von Kokons, die von Fäden umwickelt sind. Wolfs Werk dürfte einen feinen und sicherlich anregenden Dialog mit dem Werk der Lobbericherin aufnehmen. Die ist bekannt für ihre Zurückhaltung in der Farbgebung und eine feinsinnige Gestaltung.

(anw)