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Nettetal: Der Blick in die Geschichte der Hinsbecker Wirtshäuser

Nettetal : Der Blick in die Geschichte der Hinsbecker Wirtshäuser

Im sechsten Teil seiner Vortragsreihe "Wirtschafte en Hänsbäck" berichtete der Leiter des Mundartkreises "Hänsbäcker Jüüte vertälle" Heinz Koch über die seit rund 1820 in den Honschaften Hombergen und Heide bestehenden sieben Wirtschaften. Etwa 40 Besucher hatten sich dafür in der Dorfgemeinschaftseinrichtung Parkstübchen eingefunden.

Koch begann mit dem Restaurant Forsthaus an der Krickenbecker Allee, eine der ältesten Gaststätten Hinsbecks. Hier ist eine Schenkwirtschaft ab 1822 nachgewiesen, Pächter waren Arnold auf den Berg (1822-1843), Franz Clemens Renaux (1843-1906) und Gerhard Delissen sowie später seine Tochter Margarete Heussen (1906-1969). 1969 wurden Elfriede und Heinrich Oemmelen neue Besitzer, die das Haus bis 1978 selbst führten. Nach mehreren weiteren Pächtern verkauften sie die Gaststätte 1991 an Marlene und Michael Fegers, den heutigen Besitzern.

Es folgte das zusammen mit dem anliegenden Strandbad 1952 von Katharina und August Kreiten gepachtete Strandrestaurant. 1968 wurden nach einer Vergrößerung und Modernisierung Grete und Karl Peltzer neue Pächter, elf Jahre später übernahmen der Sohn Karl Peter und Willi Leinweber das Strandrestaurant. Sie erwarben das Haus 1984 von der Stadt und erweiterten es um einen großen Saal. Von der Badeanstalt wurde zur gleichen Zeit ein Teil für die Biologische Station abgezweigt. Seit 2007 leitet der Sohn Sascha Peltzer nun das Strandrestaurant.

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In den Häusern Hombergen 17 und 16 wurden zwei Wirtschaften im Nebenerwerb betrieben. Sie bestanden von etwa 1820 bis 1913, letztere zum Schluss als Hotel-Restaurant. Die fünfte vorgestellte Gaststätte war die Sennhütte auf der Hinsbecker Heide. Sie bestand von 1927 bis 1943 und wurde nach dem 2. Weltkrieg von den amerikanischen Soldaten ab- und nicht wieder aufgebaut.

Eine weitere sehr alte Gaststätte ist die heutige Waldesruh, wo Wynand Küppers 1828 die erste Schenkwirtschaft einrichtete. Ihm folgten Leonhard und Gerhard Hügen. 1896 heiratete Mathias Der-stappen die Tochter Sophia, sie benannten 1906 das Haus in "Waldesruh" um. Zwischen 1929 und 1931 erstellte er aus einem kleinen Tümpel mit Quelle einen Gondelteich mit Enteninsel und Erholungsbereich, der das Haus zu einer Attraktion werden ließ. Bis 2000 führte Günter Derstappen das Haus in dritter Generation, heute ist es im Besitz von Alexandra Broich-Volkmer.

Siebte und letzte Gaststätte war der frühere Berghof auf der Heide. Er wurde 1958 vom Ehepaar Hoffmann erbaut und betrieben, spätere Pächter waren Marlies und Heinz Ziemer. 1968 verkauften sie das Anwesen an die Scheuss KG, die es zu einem Hotel umbauten. Pächter wurden Gerti und Bernhard Paessens, die das Haus zu einer der Top-Adressen Nettetals machten. Zahlreiche Prominenz aus Politik und Geistlichkeit, Stars und Sternchen aus Theater, Film und Sport nächtigten hier, wie das gut gefüllte Gästebuch demonstriert.

(heko)