Kamp-Lintfort Ein Freund, ein guter Freund

Kamp-Lintfort · Die Kamper Freilichttheatertage sind eröffnet: Zum Auftakt gab das Landestheater Burghofbühne aus Dinslaken den Komödien-Klassiker "Die Drei von der Tankstelle" vor der Kulisse des Klosters Kamp in Kamp-Lintfort.

"Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt." In diesem Fall waren es gleich drei gute Freunde, die davon überzeugt waren, dass nichts und niemand ihrer Freundschaft etwas anhaben könnte, als sie 1930 von der Weltwirtschaftskrise ruiniert ihre letzten Groschen in eine alte, heruntergekommene Tankstelle steckten. Doch zu diesem Zeitpunkt kannten sie die hübsche Lilian noch nicht, in die sie sich kurze Zeit später alle drei, ohne von einander zu wissen, auf Heftigste verliebten und damit ihre Freundschaft auf eine harte Bewährungsprobe stellten.

Großer Applaus

"Die Drei von der Tankstelle" hieß die musikalische Komödie, mit der die Burghofbühne Dinslaken am Freitag die diesjährige Freilichttheater-Saison auf dem Kamper Abteiplatz eröffnete und trotz Kälte und Fußballweltmeisterschaft immerhin mehr als drei Viertel der Zuschauerplätze füllte. Die Geschichte von den drei verliebten Tankwarten Willy, Kurt und Hans war ursprünglich ein Kinohit aus den 30er Jahren mit Heinz Rühmann, Willi Fritsch, Oscar Karlweis und der damals hoch populären Schauspielerin Lilian Harvey. Die am Freitag gezeigte, von Lars Helmer inszenierte Theaterversion der Dinslakener Burghofbühne wurde am 12. September 2008 zum ersten Mal aufgeführt. Die Inszenierung beschränkte sich auf eine spärliche Kulisse und setzte stattdessen ganz auf Originalität und Witz sowie auf die Spielfreude und das Können der Schauspieler. So spielte Iris Kunz, die schon im vergangenen Jahr die Kamp-Lintforter als mädchenhaft-romantische Julia in Shakespeares "Romeo und Julia" bezaubert hatte, die von ihren drei Tankstellenbesitzern Ulrich Meyer-Horsch, Jonas Müller und Leif Scheele verehrte Lilian mit einer sympathischen Mischung aus jugendlicher Koketterie und glaubwürdiger Verliebtheit.

Aber auch die drei besagten Herren selber und die anderen Mitspieler amüsierten ihr Publikum immer wieder mit originellen Wort- und Tanzszenen, wobei Erwin Kleinwechter gleichermaßen als Gerichtsvollzieher und bayrisch-derber Hausmeister Kasulke glänzte, und auch Martina Mann als eher gediegene Nachtclub-Besitzerin und Lars Helmer als wohlhabender Konsul Kosmann und Vater der am Ende glücklichen Braut, boten in der Aufführung eine amüsante, sehenswerte Variante des einstigen Filmklassikers. Dessen alte Schlagerhits "Ich wollt' ich wär ein Huhn" waren vor allem den älteren Besuchern dabei noch so gut im Ohr, dass sie stellenweise sogar mitsangen. So gab es denn mit Recht für diese leichte, beschwingte Aufführung einen riesigen Applaus.

(RP)