Mönchengladbach: Haus Erholung wird doch kurzfristig saniert

Mönchengladbach : Haus Erholung wird doch kurzfristig saniert

CDU und SPD wollen schnell größere Schäden am Gebäude beseitigen lassen. Sie gehen auf eine Forderung der FDP ein. Im Frühjahr 2015 sollen Stadtplaner eine Konzeption für das gesamte Gebiet vorlegen.

Der Appell der FDP, die Sanierung von Haus Erholung nicht auf die lange Bank zu schieben, hat gefruchtet: In der vergangenen Woche tagten die Spitzen von CDU und SPD gemeinsam mit den Liberalen und deuteten dabei an, sich auf eine Linie einigen zu können.

Diese wird am Mittwoch im Hauptausschuss (17 Uhr, Ratssaal von Rathaus Abtei) präsentiert. CDU und SPD legen einen zweigeteilten Antrag vor. Er sieht vor, die äußeren Schäden am Gebäude kurzzeitig zu beseitigen. Außerdem sollen die städtischen Planer im ersten Quartal nächsten Jahres ein Konzept für das gesamte Umfeld des Viertels vorlegen, das 2016 dann umgesetzt wird. Auf Mittel aus dem Landestopf für Denkmalförderung wird bei der Sanierung der Erholung verzichtet.

CDU und SPD gingen auf die FDP-Forderung ein, Schäden zu beseitigen. Foto: Raupold/FDP

Es ist sehr fraglich, ob die Stadt dieses Landesgeld bekommen hätte. Mehrere Versuche in den Vorjahren waren gescheitert, und auch jetzt hat das Land bereits durchblicken lassen, dass die Stadt erneut leer ausgehen wird. Stadtkämmerer Bernd Kuckels hat in seinem Etatentwurf für 2015 ursprünglich 350.000 Euro als städtischen Anteil für Haus Erholung eingeplant. Weil CDU und SPD davon aber 100.000 Euro abzweigen und in die Förderung der freien Kulturszene stecken, bleibt eine Viertelmillion übrig.

"Diese Summe reicht, um Schäden am Haus zu beseitigen. Das hat uns das Gebäudemanagement bestätigt", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Felix Heinrichs. Die GroKo geht nicht ganz auf die Forderung der FDP ein, die eine umfassende Planung bis Mitte 2015 vorgeschlagen hatte und abwarten wollte, ob die Landesförderung nicht doch kommt. CDU und SPD sehen keinen Sinn darin, mehrere hunderttausend Euro in eine Planung zu stecken, die sich dann nur auf die Gebäudesanierung beschränkt.

Interessant ist der zweite Teil des GroKo-Antrags. Er fordert eine Konzeption für das gesamte Umfeld ein, zu dem Haus Erholung gehört, aber auch nur ein Teil ist. Das alte Haus Zoar, das nur noch eine Bauruine ist, gehört ebenso mit dazu wie der Parkplatz am Geroweiher, der nach dem Willen der Masterplaner zum größten Teil Park werden soll.

Auch der Johann-Peter-Bölling-Platz, das Abteiberg-Museum, der Brunnenhof und die Zufahrt zum Rathaus Abtei sollen in das Konzept integriert werden. "Wir brauchen ein übergeordnetes Rahmenwerk, nach dem städtebaulich geplant werden kann. Mit dem neuen Platz vor dem Sonnenhaus und der Schließung eines Teils der Stepgesstraße ergibt sich eine neue Situation", sagt Annette Bonin, bau- und planungspolitische Sprecherin der CDU.

Die strategische Ausrichtung auf die Zeit nach 2016 macht Sinn. Denn nächstes Jahr wird das Innenstadtkonzept Rheydt abgeschlossen. Dann wird bei der Stadt Planungskompetenz frei. Außerdem hoffen CDU und SPD auf weiteres Fördergeld vom Land - dann für einen Stadtumbau Gladbach.

(RP)