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Erkrath: Eine zentrale Anlaufstelle für Integration

Erkrath : Eine zentrale Anlaufstelle für Integration

Lilija Zhimarin arbeitet hauptamtlich für das Integrations-Kulturzentrum. Sie ist Ansprechpartner für Zugezogene aus anderen Ländern.

Lilija Zhimarin arbeitet hauptamtlich für das Integrations-Kulturzentrum. Sie ist Ansprechpartner für Zugezogene aus anderen Ländern.

Eine Integrationsagentur aufzubauen und mit Leben zu füllen, das ist das Ziel des IKZ Erkrath. Der erste Schritt ist bereits getan, denn seit Mitte Februar arbeitet Lilija Zhimarin hauptamtlich für das Integrations-Kulturzentrum. Sie hat gerade ihr Bachelor-Studium in Sozialpädagogik abgeschlossen und beherrscht neben Deutsch auch ihre russische Muttersprache.

"Sie hat bisher schon ehrenamtlich bei uns gearbeitet. Die Leute kennen sie und vertrauen ihr", betont Lilli Zhimarin. Die Erkrather Zentrumsleiterin hofft, dass ihre Tochter in Zukunft eine verlässliche Ansprechpartnerin für alle ist, die die sich in ihrer neuen Heimat noch nicht ganz zu Hause fühlen. "Häufig gibt es Probleme bei der Wohnungssuche und im Kontakt mit Ämtern. Da versuchen wir zu vermitteln", betont Lilli Zhimarin. Mit der neuen Integrationsfachkraft möchte sie jedoch auch neue Angebote für Neubürger schaffen.

Lilija Zhimarin soll in Zukunft Ehrenamtler für verschiedene Aufgaben schulen, das Kursangebot des Vereins erweitern und einen engen Kontakt zu Vereinen und Verbänden, Schulen und Kindergärten herstellen. "Viele Migranten haben Probleme mit dem deutschen Schulsystem. Deshalb bieten wir bereits Unterstützung in Erziehungsfragen und Hilfe bei den Hausaufgaben an", berichtet die Vorsitzende. Sie möchte das IKZ zu einer zentralen Anlaufstelle für Integration in der Stadt ausbauen.

Derzeit betreut der Verein rund 60 Familien in Erkrath. "Wir begleiten sie zu Ämtern und zum Arzt, helfen beim Ausfüllen von Anträgen und beraten sie bei verschiedenen Problemen." Für Kinder und Jugendliche gibt es verschiedene Freizeitangebote.

Besonders gut kommt bei ihnen das Märchentheater an. Die jungen Darsteller proben russische Märchen in deutscher Sprache und führen sie bei Festen und Wettbewerben auf. "Einerseits ist es für viele ein Stück Heimatkunde, gleichzeitig verlieren die Kinder auf der Bühne ihre Hemmungen. Einige waren anfangs sehr schüchtern und haben durch das Theater viel Selbstbewusstsein gewonnen", berichtet Lilli Zhimarin.

Vor zwei Jahren eröffnete sie die Vereinsräume an der Schmiedestraße. "Damit sind wir sehr zufrieden. Es fehlt allerdings noch ein Büro für unsere neue hauptamtliche Mitarbeiterin." Der Verein hofft, im gleichen Gebäude einen Raum zu bekommen und hat bereits Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen. "Noch haben wir jedoch noch keine Rückmeldung."

Ein konkretes Konzept für neue Angebote gibt es noch nicht, geplant sind jedoch unter anderem regelmäßige Vorträge zu verschiedenen Themen. "Wir möchten gerne Fachkräfte einladen, die beispielsweise über Konfliktmanagement referieren oder Schulungen anbieten, um die Kompetenzen der Migrationsfamilien zu verbessern", sagt Lilli Zhimarin.

Das Programm des Vereins gilt ausdrücklich nicht nur für Bürger mit russischer Herkunft. "Unser Ziel ist, allen zu helfen, hier heimisch zu werden – ganz gleich, wo sie herkommen." Die neue Integrationsfachkraft soll dafür die entscheidende Schnittstelle sein.

(domi)