Zugunglück in Meerbusch Lokführer erhielt Signal zum Losfahren

Meerbusch-Osterath · Nach dem Zugunglück bei Meerbusch dauern die Ermittlungen zur Unfallursache an. Vieles deutet auf einen Fehler der Fahrdienstleitung oder technisches Versagen hin. Mehr erfahren Sie in unserem Nachrichten-Protokoll.

Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Nach dem Unglück ist die Strecke weiterhin gesperrt. Es kommt zu Ausfällen auf den Linien RE7 und RE10. Alle Infos gibt es hier:
Laura Sandgathe
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Inzwischen stehe zudem fest, dass der Güterzug, auf den der Personenzug aufgeprallt ist, im Moment des Unfalls gerade wieder angefahren war, hieß es vonseiten der Bundesstelle. Dadurch sei der Aufprall abgemildert worden.
Laura Sandgathe
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Um die Ursache für das Unglück zu finden, rekonstruieren die Ermittler das Ereignis. "Wir rekonstruieren das Ereignis im Ist-Ablauf. Das kann lange dauern", sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen der Deutschen Presse-Agentur.


Laura Sandgathe
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Derzeit werden unter anderem die Aufzeichnungen der elektronischen Fahrtenschreiber und des Funkverkehrs zwischen den Fahrzeugen und den Stellwerken ausgewertet, so die Staatsanwaltschaft.
Laura Sandgathe
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Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Bundespolizei teilen mit, dass die Ermittlungen zur Unfallursache andauern. Derzeit werden Spuren ausgewertet, die nach dem Unglück an der Bahnstrecke, den Schienenfahrzeugen und in den Stellwerken gesichert wurden.
Laura Sandgathe
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Es gibt neue Erkenntnisse zur Ursache des Unglücks. Die beiden Lokführer scheint keine Schuld zu treffen. Vieles deutet auf einen Fehler der Fahrdienstleitung oder technisches Versagen hin.
Sebastian Fuhrmann
Sebastian Fuhrmann
Hier sehen Sie ein Video von den Bergungsarbeiten.
Sebastian Fuhrmann
Sebastian Fuhrmann
RP-Fotograf Christoph Reichwein war am Morgen erneut an der Unfallstelle.
Sebastian Fuhrmann
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Wie eine Sprecherin der Bahn unserer Redaktion sagte, werden die Bergungsarbeiten mindestens noch bis zum Abend dauern.
Sebastian Fuhrmann
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Wann die Bergungsarbeiten abgeschlossen sein werden, ist noch unklar. "Wir erwarten im Laufe des Vormittags neue Informationen", sagte ein Sprecher der Bahn.
Sebastian Fuhrmann
Sebastian Fuhrmann
Die Bergung der verunglückten Züge läuft nach Angaben einer Sprecherin nach Plan. "Es hat keine Verzögerungen gegeben", sagte sie. In der Nacht seien Teile der defekten Oberleitung abgebaut und Teile des Güterzuges abgeschleppt worden. Weiterhin stehen laut Bahn Teile der Züge auf der Strecke.
Markus Werning
Markus Werning
Es ist immer noch unklar, wann die Strecke wieder freigegeben wird. Dafür müssten erst die Räumungsarbeiten abgeschlossen werden, teilte die Bahn mit. Dann lasse sich beurteilen, welche Schäden entstanden seien.
Markus Werning
Markus Werning
Die Deutsche Bahn hat in der Nacht die Räumungsarbeiten an der Unfallstelle fortgesetzt. Die entgleisten und umgestürzten Waggons werden mit einem Spezialkran geborgen.
Christian Sieben
Christian Sieben
Wie eine Sprecherin der Bahn unserer Redaktion bestätigte, wird die Bergung des Zuges noch die ganze Nacht in Anspruch nehmen – und vielleicht sogar noch bis in den Morgen dauern.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Wenn der Zug geborgen ist, werden der Bahnsprecherin zufolge Spezialisten die Gleise auf mögliche Schäden hin untersuchen. Erst wenn die Gleise repariert sind, kann die Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben werden.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Wie eine Sprecherin der Bahn sagte, muss zuerst der Güterzug geborgen werden. Erst dann könne der Zugkran vorfahren, um an den Personenzug zu gelangen.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Dieses Foto vom frühen Abend zeigt, wie der Zugkran einen der Güterwaggons hebt (Foto: Patrick Schüller).
Christian Sieben
Christian Sieben
Den aktuellen Stand der Ermittlungen fasst Christian Schwerdtfeger zusammen. Eine zentrale Frage derzeit: Erhielt der Lokführer ein falsches Signal?
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Auch in der Nacht sollen die Bergungsarbeiten voraussichtlich weitergehen, sagte die Bahnsprecherin.
Laura Sandgathe
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"Die Bergungsarbeiten am Gleis dauern an", sagte eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage. Es sei schwierig zu sagen, wie lange sie noch dauern werden. Derzeit sei aber davon auszugehen, dass sich die Bergung der verunglückten Züge auch am morgigen Donnerstag noch hinziehen werde.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Der Zugverkehr auf den Linien RE7 und RE10 ist wegen des Unglücks weiter unterbrochen. Hier gibt es die aktuellen Ausfälle und Umleitungen im Überblick:
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Die Meerbuscher haben den Rettungskräften am Abend sehr geholfen, unter anderem zeigten sie ihnen den Weg zur Unglücksstelle. Dafür bedankten sich die Retter.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Zugleich verlangte Weselsky, dass es mehr Überholgleise geben müsse: "Deren Anzahl ist noch unter Bahnchef Mehdorn massiv reduziert worden. Es ist ja Gott sei Dank erklärter Wille, dass wir wieder mehr Güterverkehr auf die Schiene bringen. Dann muss man aber auch ausreichend lange Überholgleise schaffen."
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, fordert nach dem Unglück Konsequenzen. Er sagte unserer Redaktion, es sei zwar zu begrüßen, dass nach dem schweren Unglück von Holdorf 2011 mit zehn Toten das komplette Streckennetz mit der sogenannten Punktzugbeeinflussung ausgerüstet wurde. Dieses System stoppt Züge beim Überfahren eines Haltesignals automatisch. Es stamme aber aus den 50er-Jahren und sei seitdem nur punktuell weiterentwickelt worden, sagte Weselsky. "Wünschenswerter wären flächendeckend höhere technische Systeme." Für eine bessere und damit auch sicherere Infrastruktur müsste es aber mehr Geld geben. "Aber die auf Gewinnmaximierung ausgerichtete DB AG hat mit ihrer fatalen Sparpolitik der vergangenen Jahre für einen Investitionsstau gesorgt. Da habe ich nur wenig Hoffnung, dass sich das kurzfristig ändert", kritisierte der GDL-Chef.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Der Kran an dem Güterzug (Foto: Dominik Jungheim).
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Die Bergungsarbeiten dauern an. Der Kranzug musste auf den Gleisen ein Stück vorfahren, um wenden zu können. Nun ist er zurück und die Arbeiten gehen weiter (Foto: Dominik Jungheim).
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Hier gibt es Bilder von der Bergung des Zugs:
Carola Siedentop
Carola Siedentop
Die Bundesstelle stufte die Kollision als schweren Unfall ein, bei der die Schadenshöhe von zwei Millionen Euro überschritten sein dürfte. Wie hoch genau der Schaden ist, wird erst nach der Bergung der Züge feststehen, wenn das Ausmaß der Schäden an der Bahnstrecke klar ist.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Der Zugbetreiber National Express und die Deutsche Bahn rechnen damit, dass die Bergungsarbeiten länger dauern werden.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Erst wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird man beurteilen können, welche Schäden möglicherweise an den Gleisen entstanden sind, teilte die Bahn weiter mit. Davon sei auch abhängig, wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden kann.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Die Deutsche Bahn hat mittlerweile damit begonnen, die beiden verunglückten Züge vom Gleis zu bergen. "Dabei ist ein schwerer Notfallkran im Einsatz", teilte die Bahn mit.
Carola Siedentop
Carola Siedentop
Mit diesem Schienen-Kran werden die entgleisten Waggons hochgehievt und wieder auf die Gleise gestellt. (Foto: Christoph Reichwein)
Vera Kämper
Vera Kämper
Wir zeigen im Video, wie die Bergung funktionieren soll:
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Einige der Verletzten wurden und werden in Neusser Krankenhäusern behandelt. Die Kliniken erklären, wie ihr Notfallsystem funktioniert.
Carola Siedentop
Carola Siedentop
Es kursieren noch immer leicht unterschiedliche Zahlen zu den Verletzten. Die Bundespolizei spricht von insgesamt 50 Verletzten, davon seien neun Menschen schwer verletzt worden. Nach Angaben von Marc Zellerhoff, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Kreis, der am Dienstagabend selbst am Unglücksort war, wurden acht Menschen schwer verletzt. "Die Medizin ist ein bisschen grau und eine Verletzung wie eine Verrenkung tritt in einigen Fällen auch erst später auf", sagte Zellerhoff zu den unterschiedlichen Angaben. Er wollte sich deshalb nicht auf eine genaue Zahl von Verletzten festlegen.

Vera Kämper
Vera Kämper
Vera Kämper
Vera Kämper
Der Regional-Express der Linie 7 von Köln nach Krefeld war mit dem Güterzug von DB Cargo, der von Dillingen nach Rotterdam unterwegs war, am Dienstagabend auf offener Strecke kollidiert. Den Unfallort sehen Sie in unserer Karte.
Vera Kämper
Vera Kämper
NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat den mehr als 400 Einsatz- und Rettungskräften gedankt. Angesichts der Verwüstungen an der Unfallstelle sagte der CDU-Politiker im Verkehrsausschuss des Landtags: "Wenn man sieht, welche Kräfte da gewirkt haben, ist nicht auszudenken, was noch alles hätte passieren können." Wüst sprach von über 40 Verletzten. Konkretere Zahlen nannte er nicht. Die Schäden am Gleisbett würden untersucht. Wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden kann, ließ er offen.
Carola Siedentop
Carola Siedentop
Im Zug waren nach Angaben des Rettungsdienstes deutlich mehr Menschen als zunächst angenommen. Es seien 173 Menschen in dem Regionalzug angetroffen worden, sagte Marc Zellerhoff, der ärztliche Leiter Rettungsdienst im Rhein-Kreis. Zunächst war von rund 150 Insassen die Rede gewesen.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Für die Bergung wird ein spezieller Kranzug an das Gleis gefahren.
Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Dazu müssen Mitarbeiter der Bahn zunächst die beschädigte Oberleitung aus dem Weg räumen (Foto: Roland Weihrauch/dpa).
Laura Sandgathe
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Am Gleis bei Meerbusch bereiten die Einsatzkräfte unterdessen die Bergung der beiden verunglückten Züge vor.
Olivia Konieczny
Olivia Konieczny
Der Lokführer des Regionalexpresses sei ansprechbar und gefasst gewesen. Er habe den Rettungskräften sofort ein klares Bild der Lage liefern können.
Olivia Konieczny
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"Die waren unbezahlbar", sagt Stefan Meuter, der die Einsatzleitung der Feuerwehr übernommen hatte, über die Meerbuscher.
Olivia Konieczny
Olivia Konieczny
Lobend hebt die Feuerwehr das Verhalten der Anwohner hervor, die den teils ortsunkundigen Einsatzkräften enorm geholfen hätten. "Die standen an den Feldwegen und haben gezeigt, wo es langgeht."
Olivia Konieczny
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Die schwerste Verletzung sei ein Oberschenkelbruch gewesen, der Patient habe mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden müssen. Eine Frau habe Brüche im Gesicht erlitten, bei einer weiteren Person war die Hüfte ausgerenkt. Die Verletzten kamen unter anderem aus Neuss und Kleve.
Olivia Konieczny
Olivia Konieczny
Die Passagiere im Zug seien sehr ruhig und diszipliniert geblieben. Sie hätten einander geholfen und kleinere Verletzungen teilweise selbst verarztet.
Olivia Konieczny
Olivia Konieczny
Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes erklärt, warum es unterschiedliche Angaben zu den Verletzten gab: Nicht immer stimme die erste Diagnose vor Ort mit der späteren im Krankenhaus überein. "Wir bitten da um Verständnis."
Olivia Konieczny
Olivia Konieczny
Der Einsatzleiter der Feuerwehr sagt: "Problematisch war, dass die Unfallstelle umringt von Feldern liegt." Deswegen hätten nur normale Rettungswagen und keine größeren Wagen anfahren können. Zudem habe der Fahrdraht über der Einsatzstelle gelegen.
Olivia Konieczny
Olivia Konieczny
Jetzt übernimmt der Sprecher der Feuerwehr Meerbusch das Wort. Er schildert, wie die Einsatzkräfte von dem Unfall erfahren haben und wie sie an den Unfallort gelangt sind.
(mro/sef/oko/top/vek)
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