1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Stadt vergisst Bodenschweller

Meerbusch : Stadt vergisst Bodenschweller

Panne bei der Stadtverwaltung: Weil Mitarbeiter einen Ausschussbeschluss nicht richtig lasen, wurde ein verkehrsberuhigender Bodenschweller am Deutschen Eck vergessen. Jetzt will die Stadt nachbessern.

Das Deutsche Eck ist mit seinen Geschäften, einem Hotel, und Gastronomien eine der belebtesten Stellen in Meerbusch. Daher treffen Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger dort besonders häufig aufeinander. Bodenschweller sollten für Verkehrsberuhigung sorgen, doch weil die Verwaltung den Beschluss nicht richtig las, kam es zu einer peinlichen Panne.

Nachdem der Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am 19. Oktober 2011 mehrheitlich beschloss, Gummischweller auf der Düsseldorfer Straße in Richtung Witzfeldstraße anzubringen, damit die Autofahrer dort ihr Tempo drosseln, wurde bereits ein Schweller in Höhe des Feinkost-Geschäfts angebracht. Doch damit waren die Arbeiten erledigt. Bis Bernd Schumacher-Adams (FDP) nun den Hinweis gab, dass im Beschluss von zwei Schwellern die Rede war. Daraufhin überprüfte die Verwaltung die Unterlagen noch einmal.

Von einem Fehler oder Versäumnis will in der Meerbuscher Verwaltung keiner sprechen. Fakt ist allerdings, dass nun doch noch ein zweiter Gummischweller eingerichtet wird — in Fahrtrichtung Oststraße vor dem Stoppschild. "Wir werden den Beschluss des Rates ausführen. Wenn da von ,Schwellern' in der Mehrzahl die Rede ist, dann halten wir uns auch daran", sagt der Dezernent der Stadtplanung, Just Gerard, dazu.

Der erste Gummischweller allerdings bleibe an seinem Platz, und zwar in der Mitte des Straßenverlaufs. Schumacher-Adams hält diese Lösung für schwierig. "Die Gefahren auf dieser Straße lauern eher am Anfang. Wenn Autofahrer da zu schnell fahren und in die Nähe der Gebüsche kommen, kann das gefährlich für Leute sein, die dort langgehen", sagt der Ratsherr der Stadt Meerbusch.

Ein weiterer Schweller habe aus seiner Sicht am Stoppschild Sinn. "Das beachtet nämlich höchstens ein Drittel der Fahrer", bemängelt Schumacher-Adams. Der nachkommende Schweller läge damit am richtigen Platz, der erste hingegen sei deplatziert. Und das nur, weil in der Verwaltung nicht aufmerksam genug gelesen wurde.

Wären die beiden beschlossenen Schweller, die zusammen 1500 Euro kosten, in einem Zug montiert worden, hätten sie wie geplant am Anfang und am Ende des Durchgangs für eine sinnvolle Verkehrsberuhigung sorgen können. Immerhin wurde an eines gedacht: Es gab Bedenken, dass die Schwellen hinderlich für Radfahrer sein könnten oder sogar eine Unfallgefahr darstellen. Der bereits montierte Schweller liegt aber so mittig, dass Fahrradfahrer bequem daran vorbeifahren können.

(RP)