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Meerbusch: Stadt sucht Chef fürs Grün

Meerbusch : Stadt sucht Chef fürs Grün

FDP-Ratsherr Wolf Meyer-Ricks hat Interesse an der Leitungsposition in der Stadtverwaltung. Bis zum 1. April können Bewerber ihre Unterlagen einreichen. Hinter den Kulissen werden schon Strippen gezogen.

Die Bewerbungsfrist ist noch nicht abgelaufen, und schon werden hinter den Kulissen Strippen gezogen und Pflöcke eingeschlagen. Die Stadt hat die Stelle für die Leitung über den Baubetriebshof, die Friedhöfe und Grünflächen ausgeschrieben. Der bisherige Leiter Rolf Schmidt geht in die Altersteilzeit.

Ein Nachfolger wird gesucht, um die 90 Mann starke Abteilung ab dem 1. September zu übernehmen. Zehn Bewerbungen seien bislang bei der Kommune eingegangen, erklärte Meerbuschs Personalchef Jürgen Wirtz gestern auf RP-Anfrage. Bis zum 1. April haben Männer und Frauen mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung noch Zeit, ihre Unterlagen abzugeben.

Ein Name geistert schon durch Politik und Verwaltung: Wolf Meyer-Ricks. Das Besondere an dem Lank-Latumer: Er ist Mitglied des Stadtrats, Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses und Organisator des Ökomarkts. "Ja, ich habe meine Bewerbung eingereicht", bestätigt der Sachverständige Gutachter und Gartenbauingenieur mit FDP-Parteibuch.

Außerdem habe er eine dreijährige Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt gemacht und könne sich gut vorstellen, in seiner Heimatstadt die Leitung des Fachbereichs zu übernehmen. Ihm sei klar, dass er dann sein politisches Engagement im Stadtrat und den Ausschüssen beenden müsse. Dazu sei er bereit. Als Sachverständiger sei er mit einer Ausnahme zwar in den benachbarten Kommunen regelmäßig aktiv, aber nicht für die Stadt Meerbusch. "Dass dies bei einigen nicht gut ankommen würde, war mir stets bewusst", sagt er. Lediglich vor etwa drei Jahren habe er für die Stadt ein Wertgutachten für einen Baum erstellt.

Jürgen Peters, Fraktionschef der Grünen, wittert Ungemach. In einem Brief an Bürgermeister Dieter Spindler schreibt er, "Besonderheiten in der Stellenausschreibung legen die Mutmaßung nahe, dass das Anforderungsprofil bereits auf einzelne interne BewerberInnen zugeschnitten sein könnte". Diese Einschätzung werde bedauerlicherweise durch entsprechende Gerüchte im politischen Umfeld genährt, heißt es weiter.

Peters betont, dass der Bürgermeister die gestiegenen und mit der CDU schriftlich vereinbarten ökologischen Standards unbedingt bei der Auswahl eines Nachfolgers für Rolf Schmidt berücksichtigen müsse. Eine Beschränkung der Vertragslaufzeit auf zunächst zwei Jahre (mit der Option auf eine Dauereinstellung) sei womöglich nicht geeignet, qualifizierte Bewerber von außerhalb für die Aufgabe in Meerbusch zu interessieren. Auch die Qualifikation als Bauingenieur scheine ihm nicht ausreichend. "Wir gehen davon aus, dass nur ausgebildete Landschaftsarchitekten und Landespfleger in Betracht kommen", schreibt Peters.

Und auch um einen weiteren Wunsch der Grünen redet der Fraktionsvorsitzende nicht herum: Die Stadtverwaltung habe einen deutlichen "Überhang männlicher Leitungskräfte" — das solle "zielgerichtet geändert werden".

(RP)