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Meerbusch: Sportvereine wollen mehr Macht

Meerbusch : Sportvereine wollen mehr Macht

Bei einer Podiumsdiskussionen diskutierten Vereinsvertreter, wie sie künftig ihren Einfluss erhöhen können.

Meerbuscher Sportvereine sollen näher aneinanderrücken und so "den schlafenden Riesen" wecken. Mit einer deutlicheren Stimme, hinter der eine große Menge von geeinten Menschen stecke, könne die Stadtpolitik besser beeinflusst werden. Dies schlug Thomas Lang, Vorsitzender des Sportbundes im Rhein-Kreis Neuss, den Meerbuscher Sportlern vor.

Auf Einladung der UWG-Fraktion referierte der Kreisvorsitzende über die allgemeinen Probleme von Sportvereinen im Rhein-Kreis in der Alten Schule in Bösinghoven. Rund 127 000 Sportler zähle das Kreisgebiet, in 370 Vereinen seien diese organisiert. Überall gebe es nach Thomas Lang identische Angelegenheiten. "Die Meerbuscher Probleme sind nicht einzigartig", sagte Lang. Dazu gehören unter anderem: Konkurrenzdenken, mangelndes "Know how" über Kommunalpolitik und die Verwaltung, ein Hang zu Fatalismus und Resignation sowie eine dadurch resultierende geringe Kampfbereitschaft.

"Wir wissen gar nicht, wie viel Macht wir haben. Wir können vor Kraft nicht gehen", rief Lang den Sportlern zu. Da in Meerbusch rund 27 Prozent der Gesamtbevölkerung in Sportvereinen sind (Kreisdurchschnitt 36 Prozent), sollten sich diese Zahl einmal bewusst gemacht werden. "Überlegen Sie mal zum Vergleich, wie viele Menschen in Meerbusch in Schützenvereinen sind", so Lang. Auf die Lobbyarbeit für die Sportvereine käme es an. Dabei könne auch eine Stärkung des Stadt-Sport-Verbandes helfen.

Allerdings: Dazu sollte dessen Vorsitz nicht von oben nach unten mit einem Politiker besetzt sein, sondern von unten nach oben mit einem Vereinsvorsitzenden. "Dann können Sie auch im Sportausschuss eine klare Kante zeigen", so Lang. Zudem sollten Meerbuscher überlegen, ob Fusionen oder Kooperationen von Vereinen nicht effektiver seien. Damit rannte Thomas Lang bei Johannes Peters, Vorsitzender des TuS Bösinghoven, offene Türen ein. "Wenn wir einen großen Verein haben mit 6000 bis 8000 Mitglieder, dann möchte ich den Bürgermeister mal hören", sagte Peters.

Sportplatzbauten, Hallenzeiten — überall könnten die Sportler hartnäckiger verhandeln. Aber nicht alle Sportvereine scheinen von der Idee begeistert. "Ich glaube nicht, dass es einen großen Verein in Meerbusch geben wird", sagte Peter Müller-Mannhardt vom OTV. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion deckten die Bösinghovener ein pikantes Detail im Zusammenhang mit dem neuen Kunstrasenplatz in Strümp auf: Laut TuS Bösinghoven sind für die Anlage nur 250 Zuschauer zugelassen. Die UWG plant, weitere Abende gleich "einem runden Tisch" zu veranstalten. Dazu seien Sportler, Politiker und die Verwaltung herzlich eingeladen.

(RP)