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Meerbusch: Rotlicht-Sünder im Blick

Meerbusch : Rotlicht-Sünder im Blick

Mit einer Schwerpunktkontrolle "Fußgänger" zeigte die Polizei gestern in Büderich Präsenz. Es ging darum, für korrektes Verhalten an Ampeln zu sorgen. Dadurch soll die Zahl der verletzten Fußgänger gesenkt werden.

BÜDERICH Die Zeit drängt, der Termin hat schon vor fünf Minuten begonnen. Vielleicht steckt aber auch der Braten im Ofen, die Passantin hat trotzdem noch schnell der Nachbarin auf der anderen Straßenseite zwei, drei Eier rübergebracht. Genügend vorgeschobene Gründe gibt es, um bei Rot über die Ampel zu gehen. Um dem entgegenzuwirken, rückten die Beamten der Polizeiwache Meerbusch gestern zur Schwerpunktkontrolle "Fußgänger" aus.

Sowohl an der Kreuzung Moerser Straße/Dorfstraße als auch am Deutschen Eck postierten sich die Beamten. "Wir wissen allerdings, dass vor unseren Augen niemand absichtlich über eine rote Ampel geht", sagte Polizeikommissar Peter Fliescher (50). Gemeinsam mit seinem Kollegen Polizeikommissar Thomas Engel (50) stellte sich Fliescher auf den Platz vor der katholischen Kirche St. Mauritius. Gut sichtbar, von weitem schon zu erkennen.

"Dahinter steckt einfach der Gedanke, Präsenz zu zeigen", so Thomas Fliescher. Fußgänger, Rad- und Autofahrer würden sich die Anwesenheit einprägen und in der kommenden Zeit an diesen Stellen vorsichtiger agieren. Die Maßnahme der Polizei hat durchaus ihre Berechtigung – wenn man auf die Unfallzahlen schaut. In Meerbusch ist seit 2010 die Anzahl der verletzten Fußgänger um rund ein Drittel gestiegen. Sie erhöhte sich von 17 in 2010 auf 26 in 2011. Die meisten Unfälle mit Fußgängern ereigneten sich in Büderich auf Moerser-, Düsseldorfer- und Neusser Straße sowie auf der Dorfstraße (trotz der dortigen weitgehenden Tempo-30-Regelung). "Eine Vielzahl von Verkehrsunfällen, an denen Fußgänger beteiligt sind, wird von diesen selbst verursacht", erklärte Hans-Willi Arnold, Sprecher der Polizei im Rhein-Kreis Neuss.

Nach Arnold war das Fehlverhalten von Passanten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 für landesweit 40 Prozent der schwerverletzten und 53 Prozent der getöteten Fußgänger die Ursache.

"Im Rhein-Kreis Neuss ereigneten sich bis November 2011 172 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern", bilanziert Arnold. Mehr als ein Drittel davon wurden nach Ansicht der Polizei von den Passanten selbst verursacht. Bei diesen Unfällen erlitten 162 Menschen Verletzungen.

Gestern bei der Kontrolle war es erwartungsgemäß ruhig. Lediglich Radfahrer mussten mehrmals zum Schieben auf dem Fußgängerweg aufgefordert werden.

Eine Auffälligkeit stellten die beiden Polizeikommissare Fliescher und Engel dann doch fest. "Die Grünphasen sind bei einigen Fußgängerampeln recht kurz", so Thomas Engel.

(RP)