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Meerbusch: Blattgold in der Scheune

Meerbusch : Blattgold in der Scheune

Bei den Düsseldorfer Kunstpunkten dürfen Meerbuscher Künstler nicht mehr mitmachen. Viele möchten sich aber trotzdem weiter dem Publikum präsentieren. Am Wochenende öffneten sechs Ateliers.

Für Gabriele und Johannes Münks war die Atelier-Öffnung eine willkommene Gelegenheit, sich mal wieder bei Michael Vogt umzusehen: "Hier kann man wunderbar stöbern." Zudem könnten sich die Inhaber des Gästehauses Münks vorstellen, für die Hotel-Räumlichkeiten Arbeiten von Meerbuscher Künstlern zu erwerben.

Mit derartigem Interesse ist das Ziel der Künstler-Gruppe erreicht, in einer separierten Wochenend-Aktion "Kunst in eigener Sache" näher zu bringen.

In Vogts Atelier schauten sich auch Interessierte aus Aachen oder Düsseldorf um. Sie ließen sich von dem Heerich-Meisterschüler nicht nur die künstlerische Bearbeitung einer Porträt-Reihe Prominenter aus aller Welt erklären, sondern auch die Hintergründe zu dem 200 mal 70 Zentimeter großen Originalbild, das detailliert den Fischelner Ortskern zeigt und als 25 mal acht Meter große Reproduktion das Schützen-Festzelt zierte. "Das Original wird in der Verwaltung hängen", so Michael Vogt.

Auch Martin Theis studierte bei Professor Heerich und konnte jetzt zur Atelieröffnung seine Besucher mit amorph geformten Skulpturen neue Arbeiten zeigen. "Ich beschäftige mich zunehmend mit der Abstraktion", so der Maler und Bildhauer, der ebenfalls bei Professor Heerich studierte.

Herbert Koller dagegen absolvierte ein Fotografie-Studium an der Fachhochschule Dortmund und im College of Art in Derby sowie Bildhauerei bei Professor Uecker in Düsseldorf, dessen Meisterschüler er war. Seit 21 Jahren arbeitet Koller im Atelier in Nierst, einer ehemaligen Scheune. Dort konnten die vielen Besucher mit Blattgold belegte Arbeiten, Skulpturen aus Kupfer, Eisen und Bronze ebenso bewundern, wie Leuchtkästen oder Pigmentdrucke.

Nicht nur die strahlenden Leuchtkästen-Motive sagen viel über die Leidenschaft des 56-Jährigen für mythologische und kosmische Betrachtungen aus. Darauf beziehen sich thematisch die Titel "Fenster der Ahnen", "Wolken und Engel" oder "Ahnen im Supermarkt".

Gewissermaßen retrospektivisch betrachteten Freunde und Atelier-Gäste das Werk des verstorbenen Winfried Schmitz-Linkweiler. "Viele erinnern sich an meinen Bruder und wissen auch einige Anekdoten zu erzählen", so Jochen Schmitz-Linkweiler, der im Atelier anwesend war.

Von dem gezielten Nachfragen ihrer Besucher nach Techniken und Umsetzungen war die Osterather Künstlerin Martina Kissenbeck besonders angetan: "Wir haben gute Gespräche geführt."

Ein durchweg großes Interesse bestätigt auch Pasquale Lo Tufo, der sein Atelier in Willich öffnete.

(RP)