Meerbusch: Medtronic-Herzschrittmacher wird 50

Meerbusch: Medtronic-Herzschrittmacher wird 50

Die Vokabel "stolz" möchte Professor Heinz-Jochen Sykosch im Zusammenhang mit der von ihm am 6. Oktober 1961 vorgenommenen ersten Implantation eines Herzschrittmachers in Deutschlands Medizingeschichte nicht benutzen.

"Aber ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt getan habe." Stolz dagegen ist der heute 75-jährige Chirurg, dass er gelernt hat, wie Platin-Elektroden geschweißt werden können. "Das habe ich mir auf der Kö bei Chef-Juwelier Schneider zeigen lassen", erzählte Sykosch während einer Feierstunde zum 50.

Geburtstag der Herzschrittmacher-Implantation in der Medtronic-Deutschlandzentrale in Osterath. Dort konnte Geschäftsführer Wolfgang Pricken "illustre Gäste" auch aus der Ärzteschaft und den damaligen OP-Assistenten Dr. Miguel Garcia begrüßen. Earl Bakken, Medtronic-Gründer, hatte aus Hawaii eine Grußbotschaft geschickt, in der er die "wegweisende Operation" würdigte. Helga Heinzmann aus Kaarst dagegen war anwesend. 1963 wurde ihr 22-jährig der erste Schrittmacher implantiert: "Heute trage ich das 16.

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Exemplar." Über den Erfolg der gelungenen Erstoperation vor 50 Jahren in der Medizinischen Klinik Düsseldorf werden die dramatischen Umstände nicht vergessen. "Mein Chef hatte mir das ausdrücklich verboten", erinnert sich Sykosch. Sein Alleingang wurde mit der Kündigung des Chefarztpostens quittiert, die bald darauf wieder aufgehoben wurde. Der damals 19-jährige Patient Hans Gerd Finkentey heiratete später eine der Krankenschwestern, die ihn betreut hatten und starb 45-jährig an einem Nierenleiden.

Die Schrittmacher-Technik aber machte riesige Fortschritte: Wogen die Apparate zu Beginn ihrer Ära noch 240 Gramm, bringen sie heute zirka 35 Gramm auf die Waage.

(RP)
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