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Kurt Stichnoth: "Alte Menschen fühlen sich in Leverkusen unsicher"

Kurt Stichnoth : "Alte Menschen fühlen sich in Leverkusen unsicher"

Tausendsassa Kurth Stichnoth (82) spricht über Freizeitangebote in Leverkusen und die Ängste älterer Menschen.

Herr Stichnoth, Sie sind ein Wiesdorfer Urgestein. Ist Leverkusen für alte Menschen attraktiv?

Kurt Stichnoth Egal, in welchem Stadtteil Leverkusens man wohnt, man ist schnell im Grünen. Wir sind verkehrsmäßig gut angebunden. Wenn man hier geboren wurde, ist Leverkusen auf jeden Fall attraktiv – auch für junge Menschen. Zugezogene, die im Alter hierher kommen, haben es dagegen schwer.

Was raten Sie Menschen, die erst im Alter nach Leverkusen ziehen?

Stichnoth Wenn man neu nach Leverkusen kommt, fehlen die Kontakte. Man ist einsam. Zugezogene sollten deshalb auf jeden Fall einem Verein beitreten. Es gibt viele Gesangs- und Sportvereine. Auch kulturell hat die Stadt für Senioren eine Menge zu bieten. Meine Frau trifft sich auch heute noch alle zwei Monate mit ihren ehemaligen Schulkameradinnen. Kontakte zu pflegen, ist sehr wichtig.

Wie verbringen Sie gewöhnlich ihre Freizeit?

Stichnoth Nach dem Frühstück gehe ich immer zwei Stunden spazieren. Im Moment organisiere ich das Gala-Konzert des Männerchores Germania Opladen, das am 6. Oktober im Forum stattfindet. Und einmal im Jahr fahre ich zum Wandern in den Allgäu. Ich bin als Kind schon gerne gewandert.

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Gibt es etwas, dass in Leverkusen für Senioren verbessert werden könnte?

Stichnoth Ja, die Sicherheit. Alte Menschen haben Angst, bei Dunkelheit auf die Straße zu gehen. Man wird in Leverkusen für 30 Cent ausgeraubt. Nachts rauszugehen ist lebensgefährlich. Deshalb findet das Konzert des Germania Chores Opladen im Oktober auch schon um 16 Uhr statt – damit wir alle im Hellen wieder zu Hause sind. Auch die rücksichtslosen Fahrradfahrer in der Wiesdorfer Fußgängerzone sind eine Bedrohung, vor allem für ältere Menschen. Hier müsste die Stadt mehr kontrollieren.

Im Moment sind Sie und Ihre Frau noch kerngesund. Haben Sie sich schon Gedanken darum gemacht, wer sich um Sie kümmert, wenn Sie mal pflegebedürftig werden sollten?

Stichnoth Unsere Kinder würden uns pflegen. Das möchten wir aber nicht. Wenn meine 80-jährige Frau und ich pflegebedürftig werden sollten, dann wollen wir in die Seniorenresidenz Upladin ziehen. Da war ich schon als Karnevalsprinz und dort bin ich schon oft mit meinen Chören aufgetreten.

SABINE WOTZLAW FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)