Leichlingen: Schlammwüste Diepental

Leichlingen: Schlammwüste Diepental

Auch nach mehr als zwei Monaten hat sich in der Diepentalsperre nichts getan. Der Wasserspiegel wurde um einen Meter gesenkt. Der Bootsverkehr ist eingeschränkt.

Traurig schaut Ernst Halbach auf den oberen See der Diepentalsperre, der direkt vor seinem Restaurant „Haus Diepental“ liegt. Was er da seit rund zwei Monaten sieht, gefällt ihm überhaupt nicht. Immer noch ähnelt der obere See überwiegend einer Schlammwüste. Für die Boote seines Verleihs ist noch etwas Wasser da, damit Väter und Mütter mit ihren Kindern ein kleine Tour machen können.

Teure Wasserschutzwand

Der Wasserspiegel ist auf Anordnung der Kölner Bezirksregierung um einen Meter gesenkt worden. Grund: Es soll genügend Platz geschaffen werden, damit Wassermassen bei Unwettern aufgefangen werden können. Daran werde sich in absehbarer Zukunft auch nichts ändern, so einer Sprecher der Bezirksregierung Köln auf Anfrage der RP.

Bei einer Kontrolle hatte sich herausgestellt, dass der Überlauf am unteren Bereich der Diepentalsperre nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik ist. Deshalb ist eine Modernisierung der Anlage angeordnet worden.

  • Naherholungsgebiet zwischen Leichlingen und Leverkusen : Abschied von der Diepentalsperre

Nicht begeistert von einer Modernisierung ist Ursula Halbach, die ein kleines Wasserkraftwerk betreibt und für den Überlauf zuständig ist. „Das ist alles eine Frage der Kosten“, sagt Ursula Halbach. Für sie ist das Betreiben des Stausees ohnehin nicht rentabel. „Wir machen das eigentlich nur als Hobby. Was wir brauchen, ist eine Hochwasserschutzwand“, sagt sie. „Wir haben aber leider noch keine Sponsoren gefunden, die das finanzieren“, lacht die Eigentümern des kleinen Wasserkraftwerks. Um Geld geht es natürlich auch für den Besitzer des Restaurants. „Mit unseren Booten machen wir zur Zeit ein ganz schlechtes Geschäft, weil nur ein Teil des oberen Sees befahrbar ist.“ Auch die Spaziergänger seinen von dem Anblick des Schlamms keineswegs begeistert, sagt Ernst Halbach.

Besonders hart betroffen sind die Benutzer des Campingplatzes. „Die wollen mittlerweile mit der Schlammwüste nichts mehr zu tun haben“, erklärt der Inhaber des Restaurants. Er kann nicht verstehen, warum der Pegel der Talsperre in der Hauptsaison um einen Meter gesenkt worden ist. „Wir hatten uns dafür eingesetzt, dass die Bezirksregierung Köln den Pegel nur um einen halben Meter absenkt.“ Doch bisher habe man noch keine Antwort erhalten, bedauert Ernst Halbach.

Doch bald ist die Saison für die Bootsfahrten auf der Diepentalsperre vorbei. Die Boote werden winterfest gemacht. Dann gibt es zumindest für ein paar Monate keine finanziellen Einbußen mehr für Halbach.

(RP)
Mehr von RP ONLINE