Naherholung : Diepentalsperre bald Vergangenheit

Areal soll naturnahes Wanderziel werden. Rat der Stadt Leichlingen hat zugestimmt.

Nun ist es endgültig: Die Diepentalsperre wird es in ihrer früheren Form als Ausflugsziel zum Bötchen fahren nie mehr geben. Der Leichlinger Rat hat nach Leverkusen und Burscheid als letzte betroffene Kommune den Vorschlägen des Wupperverbandes zugestimmt, die Talsperre aufzugeben. Das Gebiet bleibt zwar als Naherholungsgebiet erhalten. Doch künftig soll dort wieder der Murbach fließen und sich neben einigen Stillgewässern eine abwechslungsreiche, standortgerechte natürliche Flora ausbreiten.Bereits jetzt erobert die Pflanzenwelt das ehemalige Gewässer zurück. Den Hochwasserschutz will der Wupperverband durch Retentionsräume sicherstellen.

In seiner Präsentation im Rat machte Wupperverbandsvertreter Torsten Frank allerdings auch deutlich, dass im Verlauf des Murbachs Anwohner verstärkt für ihren Schutz vor Hochwasser sorgen müssten – zum Beispiel das ehemalige Restaurant zum Brückenhof in Balken, dessen Gebäude mehr oder weniger auf Bachhöhe liegt. Insgesamt schlägt die Renaturierung der Diepentalsperre mit rund 1,9 Millionen Euro zu Buche. Gefördert wird sie vom Land mit 80 Prozent, so dass die Familien Halbach als Privateigentümer der Talsperre, die Städte Burscheid, Leichlingen und Leverkusen insgesamt 443.000 Euro aufbringen müssen. 56 Prozent zahlen Halbachs, auf Leichlingen entfallen knapp 49.000 Euro. Da die Privateigentümer ihren Anteil bereits hinterlegt haben und die Stadt zugestimmt hat, wird der Wupperverband nun die Genehmigungsplanung, die Planfeststellung und den Förderantrag vorantreiben. Umgesetzt werden könnte das Projekt, bei dem der Verband unter anderem ein „grünes“ Hochwasserrückhaltebecken baut und betreibt, im Laufe des Jahres 2020.

„Die Diepentalsperre soll ein neues, naturnahes Wanderziel werden“, betonte Frank. Der Damm bleibe erhalten. Ob er aber wieder, wie in früheren Zeiten, befahrbar werde, sei noch offen. Die Bezirksregierung Köln hatte bereits 2012 eine deutliche Absenkung des Wasserstands in der Diepentalsperre verfügt, weil die seit 1903 betriebene Talsperre nicht mehr die aktuellen Anforderungen der Standsicherheit bei Überflutungen erfüllte. Da die Modernisierung wirtschaftlich für die Eigentümer nicht machbar war, hat der Wupperverband 2014 eine Machbarkeitsstudie erstellt, die Varianten zum Erhalt der Talsperre, Entleerung der Talsperre und Renaturierung des Murbaches gegenübergestellt hat.

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