Langenfeld: Sportgemeinschaft wirbt fürs Fechten

Langenfeld : Sportgemeinschaft wirbt fürs Fechten

Die SG Langenfeld will den Sport mit Florett und Co. voranbringen.

Zu einem kleinen Schnuppertag hat die Fechtabteilung der Sportgemeinschaft Langenfeld (SGL) eingeladen. Eine Hand voller Neulinge - sowohl Kinder als auch Erwachsene - probierten sich interessiert an Florett und Säbel aus, während die Jugendabteilung bei einer offenen Trainingseinheit zeigte, wie in voller Montur gefochten wird.

Völlig selbstbewusst greift der siebenjährige Tjark zum Florett, nimmt Stellung an und versucht mit einem Stich den vor ihm auf einem mehrteiligen Sprungkasten liegenden Tennisball zu treffen. Das fordert bei Neulingen nicht nur jede Menge Koordination, sondern auch eine gute Portion Konzentration. So leicht, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es nämlich nicht. Tjark bleibt dran, versucht es immer wieder: Er nimmt Stellung an, tritt, nahezu hopsend, nach vorne und sticht zu, bis er schließlich trifft. Ein absolutes Erfolgserlebnis. Tjark blickt stolz zu seinen Eltern.

Die Idee, mal beim Schnuppertag der SGL vorbei zuschauen hatte Tjark selbst gehabt, erzählt Papa Bernhard. "Wir hatten von dem Angebot in der Zeitung gelesen, und weil er Interesse daran hatte, sind wir heute hier." Tjark liebt das Klettern und könnte sich jetzt durchaus auch vorstellen, regelmäßig zum Fechttraining zu kommen. "Es hat Spaß gemacht."

Auch Papa Bernhard hätte kein Problem damit, seinen Sohn im Verein anzumelden. "Allerdings wurde uns gerade erklärt, dass die Kinder mindestens acht, wenn nicht schon neun Jahre alt sein sollten. Vielleicht warten wir also noch ein Jahr."

Der Grund für die Altersbegrenzung liegt in den motorischen Fähigkeiten der Kinder, erklärt Trainer Linus Terstesse. Der 22-Jährige fing selbst als Neunjähriger an. "Fürs Fechten braucht man schon einen gewissen Bewegungs- und Koordinationssinn, der bei Kindern unter acht Jahre erst noch trainiert werden muss." Überhaupt sei Fechten ein sehr anspruchsvoller Sport, der mit zunehmenden Alter überraschend viel Fitness erfordert und viel Theorie beinhaltet. "Bevor man sein erstes Duell mit Florett fechten kann, wird erst ein halbes bis ganzes Jahr an der richtigen Stellung, Abwehr- und Angriffsschrittfolge geübt", erklärt Phillip Zunzer. Der 18-Jährige fechtet seit gut vier Jahren und kam über seinen jüngeren Bruder Joram (15) zum Sport. "Was mir besonders daran gefällt", sagt Zunzer: "Es ist eine Sportart, die nicht jeder ausübt und viel Spaß macht." Zurzeit, berichtete Terstesse, gehören rund 20 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 20 Jahren der Fechtabteilung an. Viele seien durch den Schnupperkursus dazu gestoßen. Damit seien sie gut aufgestellt. Über weitere Fechtsportler würde sich die Abteilung freuen.

(seg)