Interview Martin Schopps: "Schule ist lustig"

Interview Martin Schopps : "Schule ist lustig"

Das Bürgerhaus Baumberg wird am Samstag zum Klassenzimmer. Comedian Martin Schopps bittet zum "Tafeldienst".

Wie haben Sie Ihre Schulzeit in Erinnerung: Waren Sie Klassenclown oder Streber?

Schopps Ich habe gute Erinnerungen an meine Schulzeit, da sie eben nicht nur aus lernen bestand. Freundschaften pflegen und Verabredungen klar machen, das war auch wichtig. Ich war tatsächlich der klassische Klassenclown. Vor allem in der 5. Und 6. Klasse bin ich oft auf dem Flur gelandet, und die Lehrer hatten echt Arbeit mit mir. Ab der 7. Klasse wurde ich dann umgänglicher. Ich hätte nie mein Lehrer sein wollen.

Wieso sind Sie dann selbst Lehrer geworden?

Schopps Das war eigentlich Zufall. Ursprünglich wollte ich Sportjournalist werden, bin dann aber auf der Bühne gelandet und wollte davon leben. Dann bin ich irgendwann Vater geworden und dachte mir: Du musst jetzt was Seriöses machen. Ich bin quasi Lehrer über die Bühne geworden und kann heute mit Spaß vermitteln.

Sie sprechen in Ihrem Programm von bestimmten Elterntypen wie Helikopter- oder U-Boot-Eltern? Welche Lehrertypen gibt es?

Schopps Zum einen gibt es die wahnsinnig strengen Lehrer. Dann sind da noch die Alt-68er, die gerne selber den Joint rauchen würden, den sie den Schülern abnehmen. Und natürlich gibt es die, die mit den Schülern alles ausdiskutieren und Worte in Watte packen.

Und die Schüler?

Schopps Da gibt es die, deren wichtigstes Anliegen ist: Bin ich auch gut angezogen? Wiederum andere fragen sich, ob sie auch alle Hausaufgaben gemacht haben. Und dann sind da noch die eher praktisch veranlagten, die gucken, ob sie einen Ball für die Pause mitgebracht haben.

Und welcher Lehrertyp sind Sie selbst?

Schopps Es ist schwierig, dafür jetzt eine neue Schublade aufzumachen. Aber ich finde die Mischung von Humor und einer gewissen Strenge wichtig. Man muss zusammen lachen, aber sich auch gemeinsam konzentrieren können. Mit Humor lernt man aber einfach besser.

Wie sieht eine typische Unterrichtsstunde bei Ihnen aus?

Schopps Educainment-Lernen mit Humor.

Was sagen Sie einem Schüler, der faul ist oder den Unterricht stört?

Schopps Wenn der einfach nur faul ist, muss der nicht raus. Dann kriegt der eine Aufgabe im Rahmen seiner Möglichkeiten. Wenn er aber stört, wird er erst angeschnauzt und dann rausgeschmissen. Schreiben sie das aber bloß nicht, sonst bekomme ich Ärger von meinem Schulleiter, der gehört nämlich zu den "Ausdiskutierern". (lacht)

Was erwartet die Zuschauer in Ihrem Programm am Samstag in Baumberg?

Schopps Eine sehr lustige Doppelstunde mit einer großen Pause. Darin mache ich zum Beispiel eine Zeitreise, in der die Lehre des alten Sokrates auf die jetzigen Schüler angewendet wird. Was würde Sokrates also versuchen einem Kevin beizubringen? Auch prüfe ich, was passieren würde, wenn unsere Schulband "Justin and the Schulabbrecher" versucht, einen alten musikalischen Klassiker in ihre Sprache zu übersetzen. Dabei habe ich die Geschichten teilweise wirklich erlebt. Manchmal sind sie aber auch ein wenig weitergesponnen. Es ist eigentlich ein Programm von 18 bis 80, da jeder in der Schule war und sich deshalb mit meinen Erzählungen identifizieren kann.

Was verbinden Sie mit Monheim?

Schopps Erstmal liegt Monheim am Rhein, das ist schon einmal sehr positiv. Ich bin eigentlich jedes Jahr bei verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt und es herrscht immer gute Stimmung. Ein etwas peinliches Erlebnis hatte ich aber auch: Bei einem Auftritt habe ich leider nicht das Karnevalskostüm einer Dame erkannt. Es sollte den Schelmenturm darstellen.

JULIA SCHÜSSLER STELLTE DIE FRAGEN.

(schüssler)
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