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Monheim: Mona Mare: Spinde geknackt, Autos weg

Monheim : Mona Mare: Spinde geknackt, Autos weg

Schock für zwei Besucher des Monheimer Familienbads: Nach dem Schwimmen finden sie ihre Umkleide-Spinde aufgebrochen vor. Portemonnaies, Ausweise, Handys, Schlüssel, alles weg – und auch die vor dem Bad geparkten Autos.

Schock für zwei Besucher des Monheimer Familienbads: Nach dem Schwimmen finden sie ihre Umkleide-Spinde aufgebrochen vor. Portemonnaies, Ausweise, Handys, Schlüssel, alles weg — und auch die vor dem Bad geparkten Autos.

Das Feierabend-Schwimmen endet für den Monheimer und die Leverkusenerin im geliehenen Bademantel im Streifenwagen der Polizei. "Wir haben die Opfer nach Hause gebracht, sie hatten ja nichts mehr zum Anziehen", berichtet Polizeisprecher Frank Sobotta. Überdies war nach dem dreisten Diebstahl ihrer Autos am Dienstagabend vor dem Mona Mare Gefahr im Verzug: In den aufgebrochenen und leergeräumten Umkleide-Spinden der Bestohlenen hatten sich neben ihrer Kleidung nicht nur Portemonnaies, Ausweise, EC-Karten und Handys befunden, sondern außer den Autoschlüsseln auch die Haustürschlüssel der beiden Bestohlenen. Wenig später stellt sich heraus: Zumindest der Einbruch zu Hause ist ihnen erspart geblieben.

"Carjacking" am Schwimmbad — so etwas hat es nach Angaben von Ermittlern wie Badbetreibern bislang weder in Monheim noch in Langenfeld gegeben. Der Wert der Beute am Mona Mare beläuft sich laut Polizei auf mindestens 45 000 Euro. Davon entfallen 25 000 Euro auf einen VW-Touran mit ME-Kennzeichen, der dem Monheimer gestohlen wurde. Auf 20 000 Euro wird der Wert des entwendeten VW-Passat mit Leverkusener Kennzeichen geschätzt. Beide Wagen sind silberfarben.

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Ob die Diebe es von Anfang an auch auf die Autos abgesehen hatten, ist laut Polizei nicht sicher. Einiges spricht jedoch dafür: "Die Opfer sind unabhängig voneinander ins Schwimmbad gegangen, haben es aber beide etwa gleichzeitig nach 18 Uhr betreten. Dabei könnten sie von den Tätern beobachtet worden sein", sagt Sprecher Sobotta. Kurz nachdem die Opfer sich umgezogen und in die Schwimmhalle aufgemacht hatten, dürften die Diebe zugeschlagen haben. Die Spinde liegen nah beieinander. Zum Aufbrechen benutzten die Täter vermutlich einen Schraubenzieher. Anschließend müssen sie den kompletten Inhalt in die Umkleidekabine getragen haben, in der man später, als die Bestohlenen längst nach Hause gebracht worden waren, deren Kleidung fand. So konnten die Diebe Taschen und Textilien seelenruhig nach Wertsachen und Schlüsseln durchsuchen.

Die Polizei geht wegen der gestohlenen Autos von mindestens zwei Tätern aus. Von der Beute fehlt bislang jede Spur. Die Fahrzeuge wurden zur internationalen Fahndung ausgeschrieben — für den Fall, dass sie eigens für den "Export" ins meist osteuropäische Ausland entwendet wurden. Dies gilt auch für einen roten VW-Golf, der, ebenfalls am Dienstag, vor dem Stadtbad in Benrath gestohlen wurde. Dort gingen der oder die Täter nach demselben Muster wie in Monheim vor: Spind geknackt, leergeräumt, bis auf die Kleidung alles mitgenommen, einschließlich Auto. Tatzeit: zwischen 16.30 und 17.30 Uhr, also kurz vor dem Diebstahl im Mona Mare. Ob die beiden Taten zusammenhängen, wird jetzt ermittelt.

Carjacking vorm Schwimmbad — anders als für ihre Kreis-Mettmanner Kollegen ist dies für die Düsseldorfer Polizei kein Neuland. So wurde einem Benrather Familienvater im März vor dem Stadtbad in Niederheid — nach Spindaufbruch — ein schwarzer VW Touran gestohlen. "Wir haben noch Glück gehabt: Unser Auto wurde ein paar Tage später in Wersten entdeckt. Der Dieb, ein Junky, hatte es vor seiner Wohnung abgestellt", erzählt der 39-Jährige im RP-Gespräch. Doch die ebenfalls gestohlenen Wertsachen, Geld, Papiere seien bisher nicht wieder aufgetaucht. "Das war mir eine Lehre", sagt der Benrather: "Seitdem schließe ich so etwas in den eigens dafür vorgesehenen Tresörchen ein, die es in vielen Schwimmbädern gibt."

Dies empfiehlt auch Frank Sobotta: "Am besten, man lässt, was entbehrlich ist, zu Hause. Ansonsten gehören Portemonnaie, Schlüssel und andere Wertsachen in die Wertschutzfächer, falls vorhanden. Auf keinen Fall aber in den Spind! Der lässt sich nämlich für gewöhnlich fast mit einem nassen Handtuch öffnen."

Dass geübte Spindknacker sich auch von installierten Überwachungskameras nicht abschrecken lassen, zeigt der Fall im Mona Mare. Vielleicht wussten die Diebe aber auch, was Sobotta weiß: "Die Videoanlage tut's nicht. Die ist seit Jahren defekt."

(RP)