Kreis Heinsberg: 328 Flüchtlingsplätze in Petersholz

Kreis Heinsberg: 328 Flüchtlingsplätze in Petersholz

Turnhallen am Berufskolleg Erkelenz wieder von Sportlern zu nutzen.

Seit dem Wochenende hat der Kreis Heinsberg in Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen die Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge in Wegberg und Geilenkirchen wie geplant vollständig belegt. Die vorübergehende Flüchtlingsunterkunft in den Turnhallen am Berufskolleg Erkelenz wird inzwischen zurückgebaut, und so können diese beiden Hallen demnächst wieder für den Schul- und Vereinssport genutzt werden, teilte gestern der Kreis Heinsberg mit.

Neben der Unterkunft in Geilenkirchen-Niederheid mit 235 Plätzen ist nun auch die Einrichtung in der ehemaligen Militärsiedlung in Wegberg-Petersholz mit 328 Plätzen komplett in Betrieb, nachdem die zuvor in den Turnhallen des Berufskollegs Erkelenz untergebrachten Asylsuchenden nun nach Petersholz gebracht worden sind. "Dies ist so mit der Regierungspräsidentin abgesprochen", zeigt sich Landrat Stephan Pusch zufrieden über die jetzt "ausnahmslos sehr guten Unterbringungsmöglichkeiten" von Flüchtlingen im Kreis Heinsberg.

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Zu der bisherigen Unterbringung in Erkelenz und den dort gemachten Erfahrungen erklärte Kreisordnungsamtsleiter Reinhold Lind: "Die Unterbringung in Turnhallen ist alles andere als optimal und fand auch bei den Flüchtlingen zuletzt immer weniger Akzeptanz." Die Folge dieser Unterbringung sei gewesen, dass viele über Smartphones gut vernetzte Flüchtlinge die ärztliche Untersuchung und Registrierung nicht abgewartet und Erkelenz mit unbekanntem Ziel verlassen hätten. Dass als Amtshilfe vom Kreis Heinsberg noch weitere Leistungen als die beiden Unterbringungen in Wegberg und Geilenkirchen geforderte werden, wird momentan nicht erwartet.

Die Dezernenten Ludwig Schöpgens und Philipp Schneider, die den Stab zur Bewältigung der Flüchtlingsfragen beim Kreis Heinsberg leiten, erklärten gestern: "Anfragen seitens der Bezirksregierung hat es nicht mehr gegeben." Zwischenzeitlich habe NRW seine Position in der Frage der Flüchtlingsunterbringung allerdings auch geändert. Anstatt viele kleine Einrichtungen über das Land verstreut im Zuge von Amtshilfeersuchen einzufordern, gehe das Land "jetzt wohl dazu über, große Einrichtungen zu schaffen".

(RP)