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Kalkar: Monrestraße setzt auf kleine Schritte

Kalkar : Monrestraße setzt auf kleine Schritte

Hier ein neues Lädchen, dort ein geschmücktes Schaufenster: Eine echte "Shopping-Meile" wird die Monrestraße vermutlich nicht werden, so verlassen wie noch vor ein, zwei Jahren wirkt sie aber nicht mehr.

Gepflegte Denkmäler.

Jahrelang wurde sie geradezu als "Problemstraße" gehandelt: viele Leerstände, einige Häuser sichtlich vernachlässigt, wenig Angebote, die einen Bummel lohnten. Doch Schritt für Schritt hat sich Kalkars Monrestraße auf einen besseren Weg gemacht. Bei nüchterner Betrachtung ist kaum anzunehmen, dass sich der Kern des 14 000-Einwohner-Städtchens in eine Shopping-Meile verwandeln wird. Deutlich freundlicher und lebendiger als noch vor einiger Zeit sieht sie jedoch aus, die Altstadt-Straße, die den Marktplatz mit dem Schulzentrum am Rand der Innenstadt verbindet. Viele Denkmäler sind dort versammelt, mancher Eigentümer informiert mittels eines Schildes an der Fassade gerne über die historische Bedeutung seiner Immobilie.

Lutz Kühnen, Fraktionsvorsitzender des Forum, wohnt selbst an der Monrestraße und hat seit den Gründertagen der Bürgerbewegung die Entwicklung stets im Blick. Dass jetzt einige neue Geschäfte entstanden sind, freut ihn, auch wenn er weiß, dass die Probleme damit nicht völlig behoben sind. "Es ist in jedem Fall erfreulich, dass einige zuvor leerstehende Ladenlokale wieder belegt sind. Andere Eigentümer bemühen sich, zumindest die Schaufenster ansprechend zu gestalten." Große Fenster, die einst Waren anpriesen, lassen jetzt viel Licht in Wohnräume, andere werden als Ausstellungsfläche von benachbarten Geschäften mitgenutzt. Und es gibt neben den Traditionsgeschäften wie Flinterhoff, Michelbrink oder Junge Moden, die sich gegen den Trend seit Jahrzehnten behaupten, tatsächlich auch neue Geschäfte und Dienstleister. Zum Beispiel einen weiteren Friseur, einen Laden, der Fuß-Wellness anbietet, ein Geschäft für romantische Provence-Mode, eines für Spielwaren und Deko. Dazu Optiker, Akustiker, Versicherer und sonstige Büros, die auf die Optik ihrer Fassade und Räume achten, weil sie Kundenbetrieb haben. Wirtschaftsförderer Dr. Bruno Ketteler erklärt: "Auch Pflegedienste und andere Dienstleister bringen Frequenz in die Stadt. Vielleicht nicht so viel wie früher der Metzger oder die Post, aber doch einiges."

Lutz Kühnen meint: "In Kalkar ist es wie in so vielen kleinen Städte am Niederrhein: Die Kosten, die man durch sein Geschäft hat, zu erwirtschaften, erst recht, Gewinne zu erzielen, ist ausgesprochen schwierig. Ich glaube, ein Modell wie ,shared shop' wäre für Kalkar richtig. Dabei teilen sich mehrere Geschäftsleute ein größeres Ladenlokal und ihr Personal." Nicht gut sei nämlich, dass jeder öffne, wie er wolle: mit Mittagspause, nur vormittags oder sogar nur an einzelnen Tagen. Die Laufkundschaft steht da öfter vor verschlossener Tür.

Ein prägendes Gebäude, das schon lange leer steht, wurde entkernt und harrt einer künftigen Verwendung: die Nr. 15, ein ursprünglich mittelalterliches Treppengiebelhaus, in dem einst eine Brauerei untergebracht war. Ein örtlicher Architekt nährt durch sein Firmenschild, das im Fenster lehnt, die Hoffnung, dass sich in dem Gebäude irgendwann etwas tun wird. Es wäre ein weiterer wichtiger Schritt.

(RP)