Kleve: Karrierestart dank Casting

Kleve: Karrierestart dank Casting

Die IKK Nordrhein startet eine große Ausbildungsinitiative. Die Schulbotschafter informierten die Neunt- und Zehntklässler der Konrad-Adenauer-Hauptschule. Die 30 Besten erhalten einen Ausbildungsplatz.

Kleve-Kellen "Du bist im Recall!" Ein Ausruf, der an "Deutschland sucht den Superstar" erinnert, doch dazu ist das Thema zu ernst: Im Casting geht es zwar auch um die Karriere der Neunt- und Zehntklässler, gesucht wird aber nicht der nächste Superstar. Die Frage ist hier: Wer bekommt die begehrten Ausbildungsplätze?

Die IKK Nordrhein hat in diesem Jahr ihre Ausbildungsinitiative gestartet und besucht die neunten und zehnten Klassen in den Schulen, auch an der Konrad-Adenauer-Hauptschule in Kellen. Die drei Schulbotschafter in den weiß-blauen Shirts machen aus ihrem Auftritt eine kleine Show. Laut und deutlich sprechen sie die Neuntklässler an: "Die suchen euch!" Gemeint sind 30 Betriebe, die einen Ausbildungsplatz anbieten. In einer dreißig minütigen Präsentation stellen die Schulbotschafter Doro Schostek Anas El Mati und Jan Bohnen das Programm vor und beziehen die Schüler zwischendurch immer wieder mit ein. Der Schwerpunkt liegt auf den Berufen im Handwerk. "Handwerk hat nichts mit Schmutz zu tun", sagt Schulbotschafter Jan Bohnen, "von A wie Augenoptiker bis Z wie Zimmerer ist alles mit dabei."

Soziale Fähigkeiten

Neben den harten Fakten wie dem Notenspiegel spielen auch die "soft skills" eine immer größere Rolle im Arbeitsleben. Diejenigen, die sich bei der Benotung unfair behandelt fühlen, erhalten somit eine andere Chance: Sie können mit ihren sozialen Fähigkeiten punkten. Im Gespräch mit den Schülern besprechen die Botschafter die Fragen, die auf einen Bewerber zukommen. "Warum sollten wir gerade Sie einstellen? Was sind Ihre Stärken und Schwächen?" Doro Schostok erklärt wie man eine vermeintliche Schwäche positiv ausdrücken kann: Hektisch zu sein, kann auch bedeuten, alles schnell erledigen zu wollen. Das kann man auch als Zielstrebigkeit. auslegen. So ist es fast keine Schwäche mehr, sondern eher eine zusätzliche Stärke.

Trotzdem sind die harten Fakten wichtig. Diese werden allerdings erst in der zweiten Runde abgefragt. Man kann vorher zusätzlich auf der Internetseite der IKK üben: Mathe, Sprachen und Logik. Um die Arbeitsmoral der Jugendlichen zu stärken, erzählen die Schulbotschafter eine Geschichte, die dem "American Dream" ähnelt. Ein Bettler steigt zum reichsten Hafenbesitzer auf, indem er sich immer wieder fragt, wie er sich nützlich machen kann.

Das Programm der jungen, dynamischen Schulbotschafter kommt bei den Jugendlichen gut an. Sonst trockene Themen werden kurz und knapp verpackt, "Arbeitsmoral" und "Notenspiegel" wirken jetzt erst recht erstrebenswert. Die Ausbildungsinitiative der IKK macht Lust auf das Arbeitsleben und ermuntert die Jugendlichen, zu ihrer Persönlichkeit zu stehen. Ein Nachteil ist, dass von den zahlreichen Schülerinnen und Schülern die sich bewerben, nur die 30 Besten einen Ausbildungsplatz erhalten.

(RP)