Hilden: Unternehmen hofft auf Segen

Hilden: Unternehmen hofft auf Segen

Seit vier Wochen gestaltet die IBS Immobilien- und Bauträger Service GmbH die ehemalige Jesus-Christus-Kirche um. Ende August will das Unternehmen seine neue Hauptniederlassung eröffnen.

Von außen erinnert das ockerfarben verklinkerte Gebäude mit angedeutetem Spitzdach noch deutlich an einen Sakralbau. Doch in dem neu angelegten, strahlend weißen Kiesbett verweist ein grünes Firmenschild auf den neuen Gebäudeeigentümer. Die IBS Immobilien- und Bauträger Service GmbH ist seit vier Wochen dabei, in dem vor gut anderthalb Jahren entwidmeten Sakralbau am Clarenbachweg ihre Hauptniederlassung zu installieren. Acht Angestellte sollen dort Ende August ihre Arbeit aufnehmen, teilte Geschäftsführer Mario Temmink der RP mit. Die schon jetzt bestehenden Büros in Köln und Wuppertal sollen bleiben.

Gemeinsam etwas Neues gestartet

Direkt nebenan wohnt der ehemalige Hausherr Traugott Vitz. Der Pfarrer arbeitet inzwischen an der Reformationskirche, in der die Gläubigen aus dem Ost-Bezirk eine neue Heimat gefunden haben. "Gemeinsam werden wir etwas Neues beginnen", hatte der für den Bezirk Stadtmitte zuständige Pfarrer Ole Hergarten zu Jahresbeginn 2008 versprochen. Das scheint in Ansätzen gelungen: Der Gottesdienst-Termin um 9.30 Uhr, der nach Schließung der Jesus-Christus-Kirche an die Reformationskirche "gewandert" ist, hatte im vergangenen Jahr durchschnittlich 42 Besucher und soll somit beibehalten werden.

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Jetzt, in den Sommerferien, ersetzt er sogar den Elf-Uhr-Termin. Formal hat der Umzug also wohl funktioniert. Doch das Gefühl, eine Heimat verloren zu haben, sitzt vor allem bei den älteren Gemeindegliedern aus dem Osten noch tief. "Wir sind wie entwurzelt", beschreibt eine treue Kirchgängerin den Abschied von der Jesus-Christus-Kirche, in der "unsere Kinder konfirmiert und unsere Enkel getauft wurden". Wie viele andere, die sich Anfang der 70er Jahre für einen Bau der Kirche eingesetzt hatten, ist sie immer noch ehrenamtlich mit dabei. Doch der drei Kilometer lange Weg zur Reformationskirche sei vor allem für die älteren Gottesdienst-Besucher ein Hindernis.

Ein Trost dürfte ihnen sein, dass sich der neue Eigentümer am Clarenbachweg dem besonderen Geist des Hauses verpflichtet sieht. "Wir arbeiten viel mit und für die Kirche", betont IBS-Geschäftsführer Mario Temmink. So sei seine GmbH auch Bauträger der neuen Maßnahme rund um die Friedenskirche im Hildener Norden. Überdies spiegele eine Stiftung für Kinder in Not das soziale Engagement als festen Bestand der Unternehmenskultur. Am Clarenbachweg werden in der kommenden Woche die Maler anrücken, bevor in dem gut 1000 Quadratmeter großen Gebäude die Büroräume eingerichtet werden sollen. Temmink: "Auch da profitieren wir vom früheren Multifunktions-Charakter des Hauses."

(RP)
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