Hilden: Kanal-Check: Frist verlängert

Hilden : Kanal-Check: Frist verlängert

Eigentümer müssen die Dichtigkeit ihrer privaten Schmutzwasserkanäle überprüfen lassen. Die Stadt will die Frist dafür von 2015 bis 2024 verlängern. Die Schmutzwassergebühr wird teurer.

Grundstückeigentümer müssen ihre Abwasserkanäle alle 20 Jahre von Experten auf Dichtigkeit überprüfen und gegebenenfalls sanieren lassen. Das schreibt das Landeswassergesetz vor und setzt für die erstmalige Prüfung eine Frist bis zum 31. Dezember 2015. Die Kommunen sind verpflichtet, die Bürger zu beraten.

4000 schadhafte Hausanschlüsse

In Hilden sind rund 8000 Grundstücke an das Kanalnetz angeschlossen. Rund die Hälfte davon hat Schäden, vermuten die Fachleute der Stadtentwässerung. Es sei nahezu unmöglich, diese Kanäle alle bis 2015 zu reparieren. Fachfirmen wären überlastet, Preise würden vermutlich explodieren zu Lasten der Eigentümer. Deshalb hat der Umweltausschuss jetzt einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, die Frist bis Ende 2024 zu verlängern. Denn diese Möglichkeit räumt der Gesetzgeber der Stadt ein.

Im Hildener Süden allerdings muss schneller saniert werden, weil dort die Wasserschutzzone des Wasserwerks Karnap liegt. Dort gelten kürzere Fristen. Betroffen sind davon aber nur häusliche Abwasser kanäle, die vor 1965 und gewerbliche Abwasserleitungen, die vor 1990 gebaut worden sind. Die Grundstücke westlich An den Linden/Erikaweg müssen ihre Kanäle bis Ende 2012, die östlich davon bis Ende 2013 auf Dichtigkeit überprüfen und sanieren lassen. Bei vermutet rund 400 schadhaften Kanälen ließe sich das schaffen, glauben die Experten im Rathaus. Die gesetzlich vorgeschriebene Beratung der betroffenen Bürger kostet Zeit und Geld. Die Stadt muss zusätzlich einen Ingenieur einstellen und will sich daneben noch der Unterstützung von externen Ingenieurbüros bedienen. Diese Mehrkosten von rund 150 000 Euro pro Jahr müssen die Bürger über höhere Schmutzwassergebühren bezahlen. Für einen Vier-Personen-Haushalt würde das eine Mehrbelastung von sechs Euro im Jahr ausmachen, hat die Verwaltung ausgerechnet.

Satzung in 2010

Der Stadtrat muss den Beschluss des Umweltausschusses am 16. Dezember bestätigen. Dann soll auch über die Erhöhung der Schmutzwassergebühr entschieden werden. Im kommenden Jahr könnte die Stadt dann eine entsprechende Satzung erlassen, erläuterte Dieter Drieschner, Sachgebietsleiter Stadtentwässerung.

Im Tiefbauamt gibt es ein Faltblatt mit allen wichtigen Informationen zur Dichtheitsprüfung für Hausanschlüsse.

www.hilden.de

(RP)
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