Hilden: Hunde-Problem im Stadtwald

Hilden : Hunde-Problem im Stadtwald

Kürzlich wurde ein vierjähriges Kind von einem unangeleinten Vierbeiner angefallen. Die Verwaltung bekam gestern vom Umweltausschuss den Auftrag, mit dem Kreis zu reden und endlich durchzugreifen.

Das vierjährige Kind wurde auf dem Segelfluggelände Kesselsweier von einem nicht angeleinten Hund angefallen, glücklicherweise aber nicht verletzt, berichtete Förster Friedhelm Schüller gestern Abend im erstmals tagenden Umweltausschuss. Die Hundehalterin habe das Segelfluggelände ganz selbstverständlich als "Hundeplatz" bezeichnet. Der entsetzte Vater des zu Tode erschrockenen Kindes habe sich anhören müssen, er sei selber schuld, wenn er dort mit seinem Kind spazieren gehe.

Ranger-Einsatz war Fehlschlag

Auch Schüller selbst berichtete von zahlreichen schlechten Erfahrungen mit uneinsichtigen Hundehaltern. Kostprobe: "Ich leine meinen Hund nicht an, das machen Sie mit Ihren Kindern ja auch nicht." Dazu der städtische Förster: "Es kann nicht sein, dass Hunde Vorrang vor Menschen haben."

Der probeweise Einsatz von Rangern im Stadtwald von März bis September war ein Schlag ins Wasser, berichteten die beiden ehrenamtlichen Waldhüter Roland Schüren und Friedhelm Keil. Sie klärten Besucher auf, welche Schäden die freilaufende Hunde im Naturschutzgebiet anrichteten. Vor allem bei Hundehaltern stießen sie jedoch meist auf taube Ohren, weil sie außer gutem Zureden keine Druckmittel und Kompetenzen hätten.

Die Stadt Hilden habe im Stadtwald – anders als etwa die Großstadt Düsseldorf – keine Zuständigkeit, erläuterte Erster Beigeordneter Dezernent Norbert Danscheidt: "Nur die Forst- und die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Mettmann dürfen dort Bußgelder verhängen, wir nicht." Die Stadt Hilden habe jahrelang gegen eine Hundeschule von auswärts prozessiert, die den Stadtwald als Übungsgelände nutzte. Ergebnis: Der Besitzer der Hundeschule verstarb während des Rechtsstreits. Damit habe sich die Sache (für die Hundeschule) erledigt. Dass die Stadt Hilden angeblich nichts tun könne, damit wollten sich alle Fraktionen im Umweltausschuss nicht zufrieden geben. Die Verwaltung dürfe sich nicht hinter Zuständigkeiten verstecken, mahnte Manfred Böhm (SPD). Offenbar würden nur harte Sanktionen helfen. In Düsseldorf habe das gut funktioniert. Die Stadt Hilden müsse schleunigst mit dem Kreis Mettmann reden und nach Möglichkeiten suchen, den Anleinzwang für Hunde im Stadtwald durchsetzen, waren sich alle Ratsfraktionen einig und brachten einen entsprechenden Antrag einstimmig auf den Weg.

Laxe Handhabung

Über das Ergebnis soll die Verwaltung bereits in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses im Februar berichten. Er habe schon häufig von Hundehaltern aus Solingen gehört, dort werde durchgegriffen, berichtete Stadtwald-Förster Friedhelm Schüller. Deshalb kämen Halter von dort mit ihren Tieren gerne nach Hilden, denn hier handhabe man die Anleinpflicht viel laxer, glaubten die Leute.

(RP)
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