Hilden: Ein Netzwerk für die Bildung

Hilden: Ein Netzwerk für die Bildung

Interview Die städtische Jugend- und Sportförderung hat bei einer Stadtteilkonferenz im Hildener Süden eine Bildungspartnerschaft ins Leben gerufen. Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen, Kirchen und andere Institutionen ziehen an einem Strang.

Auf einer Stadtteilkonferenz wurde kürzlich die "Bildungspartnerschaft Hilden Süd – Bewegte Bildung" ins Leben gerufen. Über deren Ziele und Inhalte berichten Ulrich Brakemeier, Bildungskoordinator der Stadt Hilden, und Claudia Ledzbor, Leiterin des Städtischen Sportbüros, im Gespräch mit RP-Redaktionsleiterin Barbara Jakoby.

Was ist der Hintergrund dieser Bildungspartnerschaft?

Brakemeier Das Ziel ist es, im Hildener Süden eine lokale Bildungslandschaft zu schaffen, die dazu beiträgt, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen. Dazu wollen wir ein Netzwerk schaffen, das alle Bildungseinrichtungen mit ins Boot holt.

Welche sind das?

Brakemeier Natürlich die Schulen und Kindertagesstätten – wir haben allein im Süden drei Familienzentren und die Kita "Regenbogen". Dazu kommen die städtischen Jugendzentren, aber auch Institutionen, Kirchen und Vereine, die im Süden aktiv sind. Deren Angebotsstrukturen sollen künftig vernetzt werden, um die Bildungs- und Lebensperspektiven der Familien nachhaltig zu beeinflussen

Nun ist ja Bildung ein weites Feld. . .

Ledzbor Ja, das stimmt. Deshalb haben wir auch einen Schwerpunkt gesetzt, nämlich "Bewegte Bildung".

Was steckt dahinter?

Ledzbor Wir wissen aus anderen Projekten, dass Gesundheit, Ernährung und Bewegung in besonderer Weise dafür geeignet sind, gute Voraussetzung für Bildung zu schaffen. So fördert zum Beispiel die Bewegung die Konzentration. Unser Ziel ist es, mit dem Projekt "Bewegte Bildung" im vorbeugenden Sinne aktiv zu werden. Dabei ist uns ein ganzheitlicher Ansatz wichtig: Wir wollen zum Beispiel, dass an den Schulen Kinder, Lehrer und Eltern gleichermaßen etwas für ihre geistige und körperliche Gesundheit tun.

Wie soll das aussehen?

Brakemeier Es gibt einige konkrete Projekte, in denen die Zusammenarbeit des Netzwerks bereits funktioniert. Das Jugendzentrum am Weidenweg und die Wilhelm-Busch-Schule etwa führen bereits gemeinsame Sportangebote, eine Modellbauwerkstatt und eine Kräuterwerkstatt durch. Da haben zwei Partner geschaut, was jeder von ihnen zu bieten hat und was man vernetzen kann. So etwas brauchen wir. Im Mai gibt es einen von Jugendzentrum und DRK gestalteten Kursus für Väter und Söhne, in dem es um Freizeitverhalten und Mediennutzung geht. Und der Kinderschutzbund bietet einen Kursus "Gesunde Kinder, gesunde Eltern" an.

Ledzbor Lehrer und Erzieher möchten wir mit Entspannungstechniken vertraut machen, die sie für sich selbst nutzen können, aber auch an die betreuten Kinder weitergeben.

Brakemeier Wir setzen ganz stark aufdie Ideen der Netzwerkpartner, die künftig ihre Angebote untereinander stärker kommunizieren und so einen Marktplatz erzeugen, aus denen sich neue Zusammenarbeiten ergeben.

Für Ihr Konzept brauchen Sie viele Verbündete. Wie ist die bisherige Resonanz?

Brakemeier Wir sind bei allen Institutionen und vielen Eltern im Hildener Süden offene Türen eingerannt. Bei der Stadtteilkonferenz waren 40 Netzwerk-Partner vertreten.

Wie wollen Sie die alle bei der Stange halten?

Brakemeier Alle, die sich an der Bildungspartnerschaft Hilden Süd beteiligen, unterzeichnen eine Bildungsvereinbarung. Sie ist als Absichtserklärung zu verstehen, aktiv am Netzwerk mitzuarbeiten. Alle drei Monate werden wir abfragen: Was passiert? Was braucht Ihr? Und mindestens einmal im Jahr wird es eine Stadtteilkonferenz geben. Auf Dauer ist es unser Ziel, in allen Hildener Stadtteilen Bildungspartnerschaften zu installieren. Dann hätten wir irgendwann ein Netzwerk, das die ganze Stadt erfasst.

(RP)