Goch: Amokdrohung war nur ein Scherz

Goch: Amokdrohung war nur ein Scherz

Ein angedrohter Amoklauf sorgte Dienstagmittag für Aufregung an der Leni-Valk-Realschule in Goch. Bei der Kontrolle der Tische im Chemieraum war der Schriftzug "Amoklauf 18.3." festgestellt worden.

"Wir nehmen so etwas ernst", betonte gestern auf RP-Anfrage Schulleiterin Ursula Arens, die gleich über den besorgniserregenden Fund informiert worden war. Die eingeschaltete Kripo Goch machte sich ein Bild vor Ort und nahm dann die Ermittlungen auf. Am Dienstagnachmittag konnten die Beamten feststellen, dass ein Zwölfjähriger der Urheber des Schriftzugs war, der die Schmiererei offenbar als eine Art Mutprobe angesehen hat.

"Es geht zunächst mal darum, eine Straftat aufzuklären", stellte Heinz van Baal, Pressesprecher der Kreispolizei zu den Ermittlungen fest. Dass es sich beim Täter um einen Strafunmündigen handelte, hätte man nicht wissen können. In Einzelheiten der polizeilichen Nachforschungen wollte er dabei nicht gehen, betonte aber, dass die Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit der Schule erfolgten. Den Vorfall selbst hatten am Dienstag gar nicht alle Schüler und Lehrer mitbekommen, aber er machte gestern in der Schule die Runde. Schulleiterin Arens hatte die Kollegen noch vor dem Unterricht informiert. Besorgnis sei bei denen, die den Vorfall direkt erlebten, schon aufgekommen, erklärte Ursula Arens, man sehe solche Vorfälle nicht mehr locker. "Das ist kein Scherz", betonte sie.

  • Goch-Kevelaer-Weeze : Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze feiert vier neue Bankkaufleute

Für die Lehrerin stellte sich dabei auch die Frage, ob da ein Schüler in Not ist, der dringend Hilfe braucht: "Gottseidank war es nur Schmiererei." Der zwölfjährige Schüler wird jetzt von der Schule zur Verantwortung gezogen. Dabei werde natürlich seine Persönlichkeit berücksichtigt, so Arens. Daneben prüft auch die Polizei, ob den Eltern des Jungen der Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden kann, das sei in solchen Fällen üblich, so van Baal. Solche Einsätze seien immer sehr aufwändig. Noch teurer wird es, wenn der Täter nicht schnell ermittelt werden kann und es zu Schuldurchsuchungen kommt.

(RP)